Sylt  Polizei will Protestcamp auf Sylt am Mittwochmorgen räumen

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Von Redaktion
| 14.09.2022 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Protestcamp auf Sylt am frühen Mittwochmorgen. Foto: SR
Das Protestcamp auf Sylt am frühen Mittwochmorgen. Foto: SR
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Mit dem 9-Euro-Ticket kamen die Punks nach Sylt. Nun sollen sie die Insel wieder verlassen. Die Polizei möchte das Protestcamp in Westerland am Mittwochmorgen räumen.

Die Tage des Protestcamps auf Sylt sind gezählt. Gegen 8 Uhr am Mittwochmorgen soll nach „freundlichen Aufforderungen“ durch die Polizei mit der Räumung als letztem Mittel begonnen werden. Der Mittwochmorgen war bislang ruhig und friedlich. Die Polizei sammelte sich zur Lagebesprechung, um das weitere Vorgehen für die spätere Räumung zu besprechen. Bereits am Dienstag waren zahlreiche Polizeieinheiten nach Sylt entsandt worden.

Am frühen Dienstagabend standen nach Informationen von shz.de mindestens sieben Streifenwagen sowie einige zivile Fahrzeuge vor dem Terminal des „SyltShuttle“ in Niebüll in der Wartespur in Fahrtrichtung Sylt. Und im Laufe des Abends wurden es immer mehr: Acht Mannschaftwagen mit jeweils sieben Mann Besatzung plus Fahrer waren beispielsweise aus Kiel, Lübeck und Neumünster angefahren und warteten gegen 20 Uhr auf die Verladung. Die Polizisten machten Pause, schmausten belegte Brote. Nein, heute werde nicht geräumt, hieß es. Erstmal gehe es mit dem letzten Autozug auf die Insel. Dort werde Quartier gemacht.

Die Verlegung der Beamten hängt mit der geplanten Räumung des Protestcamps in Westerland zusammen. Eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts hatte die Auflösung des Camps auf Sylt bestätigt und damit den rechtlichen Rahmen für eine Räumung geschaffen. Die Polizei wollte zuletzt keine Angaben dazu machen, wann eine Räumung stattfinden könnte. Auf der Insel geht man davon aus, dass die Räumung wahrscheinlich am Mittwoch in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 8 Uhr über die Bühne geht.

Derweil tagte zeitgleich am Dienstagabend im Westerländer Rathaus – also direkt neben dem Protestcamp – der Hauptausschuss der Gemeinde Sylt. Die Politiker wurden von der Sylter Verwaltung zu Beginn der Sitzung darüber informiert, dass ein neues Protestcamp vom Kreis Nordfriesland abgelehnt worden sei. Die Punks hatten demnach geplant, ab dem morgigen Mittwoch bis Ende des Jahres in Keitum ihre Zelte aufzuschlagen.

Auch im Ratssaal selbst saßen einige Punks. Dass sie Westerland wohl zeitnah verlassen müssen, hob die Laune des Vorsitzenden des Hauptausschusses, Holger Flessau (CDU): „Die party is over, packt Eure Sachen und verlasst den Rathauspark!“, rief er den Sitzungsgästen zu Beginn zu. Sylts Politik und Verwaltung fordert seit Wochen, dass die Punks den Rathauspark verlassen.

Im Lager der Punks im Stadtpark herrschte am Dienstagabend eine gedrückte Stimmung. „Wir wollen keine Ausschreitungen und keine Gewalt, aber wir wollen uns auch nicht einfach so von der Insel vertreiben lassen, wir wollen auf Sylt bleiben“, so ein junger Punker gegenüber shz.de „Wir bleiben friedlich, so lange die Polizei friedlich bleibt“, sagte am Dienstagabend Punker-Sprecherin Lara. Ob es Menschen im Lager gebe, die sich trotz der mehrfach vor Gericht gescheiterten Verlängerung weigern werden zu gehen? „Kein Kommentar“, so die einhellige Meinung im Protestcamp.

Der genaue Zeitpunkt der Räumung ist unklar. Die einen sagen gegen 5 Uhr früh, andere sagen um 8. Bestätigt wurde keine der beiden Uhrzeiten. Polizeisprecherin Sandra Otte hatte unlängst mitgeteilt, keine Details zu dem Polizeieinsatz nennen zu wollen. Die Stimmung am Dienstagabend ist angespannt rund um den Rathauspark. Es liegt ein Knistern in der Luft. Jeder weiß, dass am Morgen etwas passieren wird. Nur wann, das bleibt die Frage.

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