Osnabrück  Russland-Sanktionen schaden auch uns? Sahra Wagenknecht hat recht

Marion Trimborn
|
Von Marion Trimborn
| 14.09.2022 13:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sahra Wagenknecht (Die Linke) spricht bei der Sitzung des Bundestags Foto: dpa
Sahra Wagenknecht (Die Linke) spricht bei der Sitzung des Bundestags Foto: dpa
Artikel teilen:

Mit ihrer jüngsten Rede im Bundestag hat Sahra Wagenknecht viele Mitglieder empört, es gab einige prominente Austritte aus der Partei. Doch Wagenknecht hat einige Wahrheiten über die sozialen Folgen der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen - warum soll man das nicht sagen?

Schon oft hat Sahra Wagenknecht unter Beweis gestellt, dass sie auch unbequeme Wahrheiten ausspricht. In ihrer jüngsten Bundestagsrede zu den Folgen der Ukraine-Krise hat die Linken-Politikerin genau das getan. Wer den Tenor ihrer Rede anschaut, stellt fest: Sahra Wagenknecht hat recht. Auch wenn Wortwahl und Duktus streitbar sind, so hat die Linken-Politikerin etwas ausgesprochen, was viele Menschen in Deutschland denken: Dass die Sanktionspolitik der Bundesregierung derzeit nicht das erreicht, was sie soll, nämlich Russland wirtschaftlich in die Knie zu zwingen.

Denn die ganz realen Folgen der Sanktionspolitik sind andere - und darüber muss gesprochen werden. Die Sanktionen schaden derzeit Deutschland offenbar mehr als Russland. Während der russische Gaskonzern Gazprom wegen der gestiegenen Preise Rekordgewinne macht, droht Millionen Unternehmen hierzulande die Insolvenz, könnten Millionen Familien durch Inflation und Energiepreis-Explosion in Armut stürzen. Können wir auf diese Weise wirklich Kremlchef Wladimir Putin für den brutalen Überfall auf die Ukraine bestrafen? Sind die Sanktionen in dieser Form wirklich alternativlos, wie die Ampel-Koalition glauben machen will? Wenn die Bundesregierung der Ukraine helfen will, um Russland militärisch zu schwächen, warum liefert sie dann so zögerlich die dafür notwendigen Waffen?

Während hierzulande die Gas-Umlage von Wirtschaftsminister Robert Habeck Bürger und Unternehmen zur Kasse bittet, haben andere Staaten in Europa längst Energie-Preisdeckel und Übergewinnsteuern eingeführt. Warum entlastet die Bundesregierung die Menschen nicht entschlossener? An all diese Versäumnisse erinnert Wagenknecht zurecht. Anstatt darüber zu debattieren, ob die Politikerin zu  russlandfreundlich ist und aus der Partei ausgeschlossen werden muss, sollte die Linke bitte über die Sache streiten. Das ist sie ihrer Rolle als Oppositionspartei schuldig.

Ähnliche Artikel