Streit in der Linken  Sahra Wagenknecht hat recht

Marion Trimborn
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Ein Kommentar von Marion Trimborn
| 14.09.2022 14:27 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Sahra Wagenknecht (Die Linke) spricht bei der Sitzung des Bundestags Foto: DPA
Sahra Wagenknecht (Die Linke) spricht bei der Sitzung des Bundestags Foto: DPA
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Mit ihrer jüngsten Rede im Bundestag hat Sahra Wagenknecht viele Linken-Mitglieder empört. Doch sie hat einige Wahrheiten über die sozialen Folgen der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.

Schon oft hat Sahra Wagenknecht unter Beweis gestellt, dass sie auch unbequeme Wahrheiten ausspricht. In ihrer jüngsten Bundestagsrede zu den Folgen des Ukraine-Kriegs hat die Linken-Politikerin genau das getan. Wer den Tenor ihrer Rede anschaut, stellt fest: Wagenknecht hat recht. Auch wenn Wortwahl und Duktus streitbar sind, so hat sie etwas ausgesprochen, was viele Menschen in Deutschland denken: Dass die Sanktionspolitik der Bundesregierung derzeit nicht das erreicht, was sie soll, nämlich Russland wirtschaftlich in die Knie zu zwingen.

Die Sanktionen schaden derzeit Deutschland offenbar mehr als Russland. Während der russische Gaskonzern Gazprom wegen der gestiegenen Preise Rekordgewinne macht, droht Millionen Unternehmen hierzulande die Insolvenz, könnten Millionen Familien durch Inflation und Energiepreis-Explosion in Armut stürzen. Können wir auf diese Weise wirklich Kreml-Chef Wladimir Putin für den brutalen Überfall auf die Ukraine bestrafen? Sind die Sanktionen in dieser Form wirklich alternativlos, wie die Ampel glauben machen will?

Warum entlastet die Bundesregierung die Menschen nicht entschlossener? An diese Versäumnisse erinnert Wagenknecht. Anstatt darüber zu debattieren, ob die Politikerin aus der Partei ausgeschlossen werden muss, sollte die Linke über die Sache streiten. Das ist sie ihrer Rolle als Oppositionspartei schuldig.

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