Modernisierung in Aurich Mehr Bautrupps für die Fußgängerzone
Seit Jahren wird in der Auricher Fußgängerzone gebuddelt. Geschäftsleute sind genervt. Jetzt ziehen die Stadt und die Baufirma das Tempo an.
Aurich - Bei der Erneuerung der Fußgängerzone schalten die Stadt Aurich und die Firma Strabag jetzt den Turbo ein. Die Zahl der Bautrupps sei auf zwei verdoppelt worden, teilte Tiefbauamtsleiter Bernd Ewerth am Mittwoch in einem Pressegespräch mit. Auf der Nordseite des ersten Bauabschnitts (Marktplatz bis Wallstraße) werde gerade die Schottertragschicht aufgebracht, bald werde gepflastert.
Die Neugestaltung der Burgstraße und der Osterstraße läuft mit Unterbrechungen bereits seit Mai 2019. Zunächst wurden die Kanalisation und die Versorgungsleitungen erneuert (Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation). In der Osterstraße geht es derzeit oberirdisch weiter. Die Fußgängerzone erhält nach fast 50 Jahren ein neues Pflaster, neue Möbel und neue Lampen. Auf einer Website erläutert die Stadt Hintergründe, Zeitplan und Vorgehensweise.
Baustelle wandert auf die andere Seite
„Wir sind mit dem Arbeitstempo gut zufrieden“, sagte Ewerth. Um den Ablauf noch etwas zu beschleunigen, gebe es eine Änderung: Eigentlich sollte von der kommenden Woche an die Nordseite des ersten Bauabschnitts (die Seite von Juwelier Gerlach) gepflastert werden. Stattdessen werde die Nordseite vorübergehend freigegeben. In dieser Zeit werde auf der Südseite ausgekoffert und geschottert, sodass anschließend Nord- und Südseite auf der ganzen Breite gepflastert werden können. Die Baustelle wandert also auf die andere Straßenseite.
Die Geschäfte in der Osterstraße blieben durchgehend zugänglich, betonte der Tiefbauamtsleiter, auch während der Pflasterarbeiten. „Dieser Hinweis ist mir sehr wichtig.“ Es könne wohl mal vorkommen, dass ein Eingang versperrt sei, wenn der Bagger gerade vor der Tür stehe. „Das ist aber immer nur punktuell.“ Es werde niemals so laufen, dass ein Geschäft den ganzen Tag für Kunden und Lieferanten nicht erreichbar sei.
Roter Teppich weist den Weg
Vereinzelt hatte es Beschwerden von Geschäftsleuten gegeben. So hatte sich am Dienstag Alexandra Schneemilch vom Schreibwarengeschäft Abegg in der Redaktion gemeldet, weil sie eine Zwangsschließung für ganze Tage befürchtet. Das sei ein Missverständnis gewesen und mittlerweile geklärt, betonte Ewerth. „Wir wollen die Einschränkungen für die Anlieger gering halten.“ Das sei der Stadt genauso wichtig wie ein schneller Baufortschritt. Geschäftsleute könnten sich jederzeit an die Stadt oder an die Baufirma wenden. „Wir finden für alles eine Lösung.“
Der Kaufmännische Verein Aurich (KV) bestätigte auf Anfrage, dass es über die Bauarbeiten keine Klagen von Geschäftsleuten gebe. „Mich haben keine Beschwerden erreicht“, sagte der KV-Vorsitzende Udo Hippen. Selbstverständlich sei niemand über Bauarbeiten vor der Tür begeistert, doch die Kommunikation zwischen Bauarbeitern und Geschäftsleuten funktioniere nach seiner Beobachtung gut. Eine gute Idee sei auch der rote Teppich, mit dem Kunden der Weg zu den Geschäften gewiesen werde. Damit will die Stadt nach Angaben von Pressesprecher Johann Stromann deutlich machen, dass die Fußgängerzone trotz der Bauarbeiten begehbar bleibt. Außerdem werde so weniger Schmutz in die Geschäfte getragen, sagte Ewerth.
Pflastersteine wiegen fast 50 Kilo
Der Tiefbauamtsleiter erläuterte, wie es jetzt weitergeht: Bis Ende September soll auch die Südseite des ersten Bauabschnitts eine Schotterschicht haben. In der ersten Oktoberwoche baut die Firma die rund 120 Meter lange Entwässerungsrinne in der Mitte der Straße. Spätestens ab Mitte Oktober wird dann auf voller Breite gepflastert, beginnend am Marktplatz. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Schwerstarbeit. „Die schwersten Pflastersteine wiegen fast 50 Kilo“, sagte Ewerth.
Die Pflasterarbeiten im ersten Bauabschnitt dauern etwa vier Wochen, werden also etwa Mitte November und damit rechtzeitig vor Beginn des Weihnachtszaubers auf dem Marktplatz abgeschlossen sein. Danach geht es mit dem zweiten Bauabschnitt (Wallstraße bis Große Mühlenwallstraße) weiter, der bis Ende des Jahres fertig werden soll. Im kommenden Jahr folgt dann die Sanierung der Burgstraße, also des westlichen Teils der Fußgängerzone.
Geschäfte haben Angst vor Zwangsschließungen
Der rote Teppich in der Osterstraße hat bald ausgedient
Letzter Schritt für neue Fußgängerzone beginnt
Kaufleute geschockt wegen Pflasterarbeiten im Hochsommer
Nach jetzigem Stand werde das Ziel, bis Ende 2023 mit allem fertig zu sein, erreicht, sagte der Tiefbauamtsleiter. Ewerth trat Gerüchten entgegen, dass der Firma das Material ausgegangen sei. Das sei falsch. Die Lieferzeiten seien zwar wie überall länger als gewöhnlich, doch die Firma Strabag werde genug Steine haben, um zu pflastern. Sie würden Ende September geliefert.