Statt wilder Schmierereien Graffito soll triste Hafenmauer in Leer beleben
Noch zieren die Hafenmauer auf der Nesse-Seite wilde Schmierereien. In Kürze soll dort ein witziges Graffito entstehen. Die Stadt verbindet mit der Aktion eine Hoffnung.
Leer - Wenn man vom Ernst-Reuter-Platz links entlang der Nessebrücke auf die andere Hafenseite schaut, schaut man kurz über der Wasserlinie auf eine Mauer, die bisher noch ein trauriges Bild abgibt: ein wenig dreckig und mit Schriftzügen und Symbolen beschmiert. Das soll bald anders aussehen, kündigt die Stadtverwaltung an.
Dort sollen Jugendliche gemeinsam mit dem Künstler Germar Claus ein Graffito anbringen. Der Entwurf liegt vor: Zwei ineinander verwundene Schlangen oder Drachen, einer in Kuh-, der andere in Kaffee- (oder Tee-)Optik. Die Kuh-Schlange windet sich aus einem Milchkännchen, die andere aus einer Kanne.
Teil der Szene kann eingebunden werden
„Die Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit arbeitet daran, auch für Jugendliche und Kinder der Altersgruppe zwölf plus ein attraktives Angebot vorzuhalten“, erklärt die Stadtverwaltung die Initiative. Eines dieser Angebotsfelder, mit dem schon gute Erfahrungen gemacht worden seien, sei Graffiti. „Hier wurden bereits einige Workshops durchgeführt. Mit den Jugendlichen wurden dabei auf Holzhintergründen, Planen oder auch an ausgewählten Flächen Bilder oder auch nur Schriftzüge und anderes geschaffen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Neben der Einbindung der Jugendlichen habe das Projekt auch den Vorteil, dass ein Teil der Szene, die sich bisher unerlaubt auf Hauswänden und anderen Flächen verewigt, in legale Projekte integriert werden könne.
Bisheriger Höhepunkt sei die Gestaltung des Brückensockels der Nessebrücke auf der Seite der Innenstadt gewesen. „Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben“, ist da jetzt über einem Bild einer Schafherde in Comic-Optik zu lesen. Schon damals wären erste Pläne geschmiedet worden, auch die andere Seite der Brücke zu gestalten, teilt die Stadt mit: „Diese Fläche wird auch heute schon regelmäßig von Graffiti-Sprayern unkoordiniert und teils unansehnlich besprüht.“ Da die Fläche jedoch ziemlich groß sei, sei die Idee aus Kostengründen zunächst verschoben worden, so die Stadt. Nun hätten sich Sponsoren gefunden, die das Honorar des begleitenden Graffiti-Künstlers übernehmen.
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