Serie „Wiesmoorer Köpfe“ Ehrenamtler mit professionellem Anspruch
Peter Heidelberger übernahm 1999 die Geschäftsführung der Turngemeinschaft Wiesmoor. Damit nahm der Verein rasant an Fahrt auf.
Wiesmoor - Mit 52 Jahren schon in den Ruhestand? Gewünscht hatte sich das Peter Heidelberger nicht. Aber für Berufssoldaten gab es am Ende des 20. Jahrhunderts kein Pardon. Mangels überzeugender Feindbilder wurde die Bundeswehr radikal zurückgeschnitten. Auch sehr hoch qualifizierte Soldaten mussten ihre Posten räumen. Pech, wenn man noch so viel Spaß an seinen Aufgaben hatte wie Peter Heidelberger. Ein Glück aber für die Turngemeinschaft (TG) Wiesmoor – und auch für die ganze Stadt.
Nie würde der heute 76-Jährige die Zusammenhänge selbst so beschreiben. Für ihn steht immer die Leistung der anderen im Vordergrund. Das Glück, mit Menschen wie Harold Schoon, Heinz Eschen, Margritt Gerdes-Kleen oder Hilke Albers zusammenarbeiten zu dürfen, und mit so vielen anderen, die sich für die Idee begeisterten, aus einem hoffnungsvollen örtlichen Verein ein Aushängeschild für den Breitensport in der Region zu machen.
Geschäftsstelle im Privathaus
Nicht dass diese Entwicklung schon jemand geahnt hätte, als Peter Heidelberger 1999 die Geschäftsführung der TG Wiesmoor von Heinz Vaqué übernahm. Die Geschäftsstelle war in den ersten fünf Jahren noch in Heidelbergers Privathaus untergebracht – zog dort insgesamt dreimal um, wurde mit digitalen Hilfsmitteln für die wachsenden Anforderungen ertüchtigt, blieb aber einstweilen auch noch Anlaufstelle für Mitglieder mit allen möglichen Anliegen. Das konnte zu allen Tag- und Nachtzeiten passieren – „und konnte so nicht weitergehen“, erzählt Heidelberger. So reiften mit der rasch fortschreitenden Modernisierung auch die Baupläne für ein neues Vereinszentrum, das vor allem Platz für zusätzliche sportliche Angebote schaffen sollte. Räume, die auch tagsüber zur Verfügung stehen und damit den veränderten Bedürfnissen der Mitglieder gerecht würden.
2005 konnte der Bau realisiert werden, der unterm Strich 800.000 Euro kostete und diesen Rahmen vor allem durch den technischen Überblick des damaligen TG-Vorsitzenden Harold Schoon und der konstruktiven Begleitung durch die Stadtverwaltung eingehalten habe. „180.000 Euro hatten wir angespart“, erinnert sich Heidelberger. Die Lücke bedeutete eine gewaltige – und für einen einfachen Sportverein damals noch nie dagewesene Investition.
„Mir hat das einfach Spaß gemacht“
Es zeigte sich aber schnell, dass die TG durchaus in der Lage war, die Herausforderung zu stemmen. Denn die Einnahmen stiegen. Laut Heidelberger zum einen wegen der neuen räumlichen Möglichkeiten, vor allem aber wegen der Qualifikation und Einsatzbereitschaft der Übungsleiter. Eine Entwicklung, die schon 2010 zeigte, dass es auch baulich noch weitergehen musste. In dem neuen Anbau entstanden eine Erweiterung für das Fitnessstudio, Räume für Yoga, Kampfsportarten und Spinning.
Das Wachstum mit professionellem Anspruch als Ehrenamtler zu begleiten, blieb bis ins Jahr 2015 Aufgabe von Peter Heidelberger. „Mir hat das einfach Spaß gemacht“, beteuert er. Eigentlich sogar mehr Spaß als die Arbeit bei der Bundeswehr, die ihn unter anderem auch für lange Jahre in die USA geführt hatte. Für Aufgaben, die technisch immer höchst anspruchsvoll waren, für die man oft und überzeugend gelobt wurde. „Letztlich aber war das doch alles theoretisch“, findet der aus Ludwigsburg stammende gelernte Werkzeugmacher heute. Die Aufgabe bei der TG hatte dagegen sehr praktische Erfolge: Lebensfreude und Fitness vieler Menschen in Wiesmoor und Umgebung – „wirklich, es hat sich gelohnt“, urteilt er heute.
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