Fraktionsantrag Wohnmobilisten sollen in Norddeich deutlich mehr zahlen
Die SPD-Fraktion hat beantragt, die Parkgebühren für den Stellplatz am Ocean Wave anzuheben. Zuletzt war das vor 14 Jahren passiert. Stimmt der Rat dafür, wird es deutlich teurer.
Norden - Wohnmobilisten sollen auf dem Parkplatz am Schwimmbad „Ocean Wave“ in Norddeich künftig deutlich mehr für eine Übernachtung zahlen als bisher. Einen entsprechenden Antrag hat jetzt die SPD-Fraktion im Norder Rat gestellt. Deren Fraktionsvorsitzende Dorothea van Gerpen rechnet mit breiter Zustimmung aus den anderen Fraktionen, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.
Der Antrag sieht vor, den Preis für 24 Stunden von derzeit elf Euro auf künftig 20 Euro anzuheben. Die geltende Parkgebührenordnung stammt noch vom 9. Dezember 2014. Da waren zuletzt die Preise angepasst worden. Zur Begründung sagte van Gerpen, viele Ratsmitglieder hätten festgestellt, dass die Wohnmobilisten den Stellplatz entgegen der Vorschriften für einen Daueraufenthalt nutzen, statt zu einer kurzfristigen Übernachtung. Denn eigentlich ist der Stellplatz nur für eine kurze Fahrtunterbrechung gedacht.
Politiker wollen weniger Konkurrenz für Campingplatz
Auch, wenn die Neugestaltung und Erweiterung des Parkplatzes vom Rat abgelehnt wurde (wir berichteten) seien elf Euro eine „extrem günstige Situation“, so die Fraktionsvorsitzende. Mit der Preiserhöhung will ihre Fraktion auch dafür sorgen, dass der Stellplatz dem benachbarten Campingplatz weniger Konkurrenz macht. Dort fangen die Übernachtungspreise in der Kategorie C bei 23,20 Euro pro Nacht an und in der Kategorie A bei 29,60 Euro pro Nacht. Im ebenfalls benachbarten Wohnmobilpark Norddeich kostet ein Stellplatz pro Nacht für ein Wohnmobil und zwei Personen 18 Euro. Im Preis sind Strom und Wasser enthalten. Dazu gibt es aber auch noch Duschangebote, ein Restaurant und Brötchenservice.
„Wenn die Übernachtung auf dem Parkplatz nicht weniger kostet als auf dem Campingplatz, könnten die Wohnmobilisten dazu bewegt werden, dort zu buchen“, sagte van Gerpen. Dort seien die Stellplätze größer und das Angebot noch vielfältiger.
SPD will Wildcampen Einhalt gebieten
Das fehlende Angebot hat die Wohnmobilisten bisher nicht gestört. Wer am Parkplatz vorbeifährt, sieht immer wieder, wie die Touristen ihre Wohnmobile aufbocken, ihre Liegestühle und Grills aufbauen, Tisch und Stühle auf die Wiese stellen. Oft sieht es auf dem Stellplatz eher nach Dauercampen als nach Kurzzeitparken aus.
Die SPD-Fraktion will mit der Preisanpassung auch für eine höhere Fluktuation auf dem Parkplatz sorgen, um so dem Wildcampen am Straßenrand oder in Waldgebieten Einhalt zu gebieten. Aus Sicht von van Gerpen sei eine Preisanhebung „an der Zeit und gerechtfertigt“. Zwar habe sie noch nicht mit den anderen Fraktionen über den Antrag gesprochen, trotzdem rechnet sie mit einer breiten Zustimmung für die Preisanhebung.
Die Anpassung der Parkgebührenordnung steht zwar auf der Tagesordnung für die nächste Ratssitzung am 7. November, sie soll aber von dort zunächst in die Beratung im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss verwiesen werden.