Osnabrück  Der Irre mit der Bombe: Was passiert jetzt in Russland?

Stefanie Witte
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Von Stefanie Witte
| 24.09.2022 12:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wladimir Putin befahl in dieser Woche eine Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine. Foto: Russian Presidential Press Service/AP
Wladimir Putin befahl in dieser Woche eine Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine. Foto: Russian Presidential Press Service/AP
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Was ist nun von Russland zu erwarten? Die Teilmobilmachung könnte die Lage paradoxerweise zum Positiven verändern. Zunächst bleiben die Befürchtungen aber groß.

Es ist nicht übertrieben, von einer wachsenden Kriegsgefahr für den Westen zu sprechen. Es brodelt mittlerweile weit über die Ukraine hinaus. Putin, der den Krieg einmal mit der Begründung angezettelt hatte, Russland werde von westlichen Staaten bedroht, lässt die Lage immer weiter eskalieren. Ob er es so weit treibt, dass der Westen irgendwann tatsächlich eine grundlegende Bedrohung für Russland darstellt, ist offen.

Und ja, die Ergebnisse der Scheinreferenden könnten den Einsatz von Atomwaffen gemäß russischer Militärdoktrin rechtfertigen. Aber lohnt es wirklich noch, Erwartungen an solchen Logiken festzumachen, wenn Putin so erratisch entscheidet, wie Diktatoren eben entscheiden? Bisher galt Nordkoreas Herrscher als der Irre mit der Bombe. Nun erweitert sich der Kreis derjenigen, die die gesamte Menschheit bedrohen.

Eines darf man dabei aber nicht außer Acht lassen: Die russische Teilmobilmachung hat den Krieg und all seine Gefahren in alle russischen Familien katapultiert, die Söhne, Brüder, Neffen, Ehemänner im wehrfähigen Alter haben. Bilder zeigen Soldaten, deren Gesichter eher an Kinder denn an trainierte Kämpfer erinnern. Vielleicht wird das etwas verändern. Immerhin hat man es hier allem Anschein nach nicht mit einer Bevölkerung zu tun, die - wenn auch bislang Putin gegenüber nicht übermäßig kritisch -  fanatisch der Ideologie eines Diktators bis in den Tod folgen will.

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