Einkaufen in Aurich  Verkaufsoffene Sonntage sind selten geworden

| | 25.09.2022 16:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt, wird es zum Heidemarkt in Aurich erfahrungsgemäß voll. Foto: Archiv/Ortgies
Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt, wird es zum Heidemarkt in Aurich erfahrungsgemäß voll. Foto: Archiv/Ortgies
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Zum Heidemarkt öffnen am kommenden Wochenende die Geschäfte in der Auricher Innenstadt. Es ist der zweite und letzte verkaufsoffene Sonntag 2022. Eigentlich sollten es vier werden.

Aurich - Zum zweiten und letzten Mal in diesem Jahr öffnen kommendes Wochenende in Aurich die Geschäfte in der Fußgängerzone an einem Sonntag. Anlass ist der Heidemarkt auf dem Marktplatz. Von vier geplanten verkaufsoffenen Sonntagen sind nur zwei übrig geblieben. Ursprünglich sollten außerdem am 4. September (Kinder- und Familientag/Stadtzauber) und am 6. November (Lichterfest) die Geschäfte öffnen. Beide Veranstaltungen hat der Kaufmännische Verein (KV) jedoch aus organisatorischen Gründen abgesagt.

Der Gewerkschaft Verdi ist das nur recht. Sie lehnt verkaufsoffene Sonntage grundsätzlich ab. „Wenn wir in allen Teilen Sonntagsarbeit als völlig normal ansehen, dann ist sie irgendwann auch völlig normal, und der Sonntag als Familientag geht verloren“, sagt André Belger, der für Aurich zuständige Gewerkschaftssekretär.

Im vergangenen Jahr gab es Ärger

Immerhin: Gegen den nun anstehenden verkaufsoffenen Sonntag zum Heidemarkt hat die Gewerkschaft keine Einwände. Verdi muss angehört werden, ehe die Stadt einen verkaufsoffenen Sonntag genehmigt. „Es gab von uns keine Beanstandungen“, sagt Belger. „Das ist alles im Rahmen des Gesetzes.“ Die Geschäfte im Carolinenhof (Caro) sind diesmal nicht dabei. Das Center habe kein Interesse an einer Sonntagsöffnung gezeigt, sagt der KV-Vorsitzende Udo Hippen.

Im vergangenen Jahr hatte es vor dem Heidemarkt mächtig Ärger gegeben. Auf Druck von Verdi hatte die Stadtverwaltung kurzfristig ihre Genehmigung geändert und den Caro vom verkaufsoffenen Sonntag ausgeschlossen. Da waren die Plakate schon gedruckt. Verdi hatte die Frage von der Rechtsabteilung prüfen lassen und mit Klage gedroht.

Die Fachmarktzentren sind raus

Noch 2020 hatten sich auch die Fachmarktzentren am Stadtrand am verkaufsoffenen Sonntag zum Heidemarkt beteiligt. Doch diese Zeiten sind vorbei. Verdi schaut mittlerweile auch in Aurich sehr genau hin und scheut sich nicht, vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg zu klagen. Die Rechtsprechung ist auf der Seite der Gewerkschaft. Demnach darf der verkaufsoffene Sonntag nur im unmittelbaren Umkreis der Veranstaltung stattfinden, in diesem Fall also rund um den Marktplatz.

Auf dem Heidemarkt werden auch Dekoartikel verkauft. Foto: Archiv/Luppen
Auf dem Heidemarkt werden auch Dekoartikel verkauft. Foto: Archiv/Luppen

Dort bieten regionale Gartenbaubetriebe am Sonntag, 2. Oktober, von 9 bis 18 Uhr Herbstblüher wie Chrysanthemen, Dahlien und Heidekraut sowie alles, was man braucht, um den Garten winterfest zu machen. Auch Verkaufsstände für Zubehör und Imbissstände sind geplant. Die Geschäfte in der Innenstadt haben von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Im Carolinengang gibt es einen Flohmarkt. Straßenmusiker sorgen für Stimmung.

Ursprünglich Konkurrenz zu Holland

Eine Neuerung zum Heidemarkt ist das Familienprogramm. Damit reagieren der KV und das Stadtmarketing auf Kritik an fehlenden Angeboten für Kinder auf dem Stadtfest im August und an der Absage des Kinder- und Familientags im September. Geplant sind unter anderem eine Riesenhüpfburg und ein Kistenkletterturm auf dem Denkmalsplatz am Schloss, Ponyreiten am Hohen Wall, Mitmach-Kleinkunst und Akrobatik in der Burgstraße, Kinderzauberei der Puppenspieler „Puppets in Minutes“ auf der Nordseite des Marktplatzes und ein Kinderkarussell an der Ecke Marktplatz/Osterstraße.

Den Heidemarkt gibt es in Aurich seit 2003. Bis 2019 fand er stets am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, statt. Die Auricher Kaufleute wollten damit nach Angaben Hippens eine Alternative zum Einkaufsbummel in den Niederlanden bieten, für den ansonsten viele Ostfriesen den Feiertag nutzen. „Bis vor ein paar Jahren hat das super funktioniert“, sagt der KV-Vorsitzende. Mittlerweile verbietet das Ladenöffnungsgesetz jedoch Öffnungen an gesetzlichen Feiertagen. Daher weicht der KV auf den ersten Sonntag im Oktober aus.

Diesmal sei die Konstellation mit dem langen Wochenende durch den Feiertag am Montag günstig, meint Hippen. Solche Aktionstage seien wichtig für die Geschäftswelt. Damit locke man auch Kunden von außerhalb, die an diesem Tag dann vielleicht Aurich für sich entdeckten. „Man kann das Geld zwar nur einmal ausgeben“, sagt Hippen. Doch es gehe darum, dass es in Aurich ausgegeben wird und nicht anderswo. Von der Qualität des Angebotes zum Heidemarkt ist Hippen überzeugt. „Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt, dürfte es ein erfolgreicher Tag werden.“

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