Osnabrück  Wagenknecht: Italien-Wahl ist Warnung für Deutschland

Marion Trimborn
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Von Marion Trimborn
| 28.09.2022 10:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundestag - Haushaltswoche Foto: dpa
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Der Rechtsruck bei der Wahl in Italien sorgt für viel Aufsehen. Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht sieht darin eine Mahnung für die Bundesregierung: Auch hierzulande drohten italienische Verhältnisse.

“Der Ausgang der Wahl in Italien sollte jeden in Deutschland wachrütteln”, sagte Wagenknecht in einem Gespräch mit unserer Redaktion. „Er zeigt, dass die Parteien der angeblichen Mitte ihre Politik so nicht fortsetzen dürfen, sonst droht uns eine ähnliche Entwicklung.” 

Es gebe große Parallelen zwischen beiden Ländern, so die Linken-Politikerin: „Auch in Deutschland haben immer mehr Menschen das Gefühl, dass die Politik sie im Stich lässt. Gerade jetzt bei der Energiepreis-Explosion fühlen sich viele völlig allein gelassen.“ Bisher habe die starke Industrie den Wohlstand und den Lebensstandard der Deutschen geschützt, doch gerade der industrielle Mittelstand sei durch die Energiekrise infolge der Russland-Sanktionen massiv bedroht. 

Die AfD profitiere schon jetzt von der Unzufriedenheit und Wut der Menschen - auch weil die anderen Parteien der AfD die Debatte überließen: „Im öffentlichen Diskurs wird jeder angegriffen und als “rechts” diffamiert, der etwas sagt, was auch die AfD sagt”, sagte Wagenknecht: „Damit überlasst man auch richtige Forderungen der AfD und merkt offenbar gar nicht, dass man sie dadurch immer stärker macht.”

Bei der Wahl in Italien war am Sonntag die rechte Spitzenkandidatin Giorgia Meloni auf mehr als 26 Prozent der Stimmen gekommen. Mit ihren rechten Bündnispartnern Lega und Forza Italia hat die Nationalistin wegen Besonderheiten des italienischen Wahlrechts künftig eine klare absolute Mehrheit im Parlament.

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