Belebte Innenstadt Emder Kultursommer soll wiederholt werden – nur anders
Mit Kultur aus der Corona-Krise: In Emden gab es über Monate regelmäßig kostenlose Veranstaltungen. Jetzt wird Bilanz gezogen und überlegt, wie der Schwung mitgenommen werden kann.
Emden - In Emden soll es auch im nächsten Jahr den Kultursommer geben. Dafür gibt es breite Zustimmung sowohl aus der Richtung der Stadtverwaltung, des Stadtmarketings und der Politik als auch von Künstlern und den Organisatoren der diesjährigen Premiere. Möglich machen soll die Wiederholung des Formats, das zur Wiederbelebung der Innenstadt nach den Corona-Zwangsmaßnahmen konzipiert worden war, ein Zuschuss in Höhe von bis zu 25.000 Euro. Das Geld soll aus dem Etat des stadteigenen Betriebs Kulturevents kommen
In der Sitzung des Kulturausschusses des Emder Rates am Mittwoch zogen die Verantwortlichen öffentlich Bilanz zum diesjährigen Kultursommer. In den Monaten Juni bis September hatte es insgesamt 38 Einzelveranstaltungen gegeben, zu denen im Schnitt 50 bis 250 Leute kamen. Diese Zahlen nannte die Projektkoordinatorin Heika Ring im Namen der Stadt. Mit der Resonanz zeigte sie sich sehr zufrieden. „Viele waren nach Corona ausgehungert und froh, dass es solche kostenlose kulturellen Angebote gab“, sagte sie.
Wiederholung mit deutlich kleinerem Etat
Zu den Aktivitäten zählten ein zweitägiges Straßenkunstfestival, eine dauerhaft aufgebaute und über Wochen regelmäßig genutzte Bühne auf dem Stephansplatz sowie das frei zugängliche Folkfestival „Lüttje Welt“. Den Organisatoren stand ein Budget von 55.000 Euro zur Verfügung, das fast vollständig durch Fördermittel des Landes gedeckt war. Das Geld stammt aus einem Sonderprogramm, das Kommunen und deren Innenstädte nach etlichen corona-bedingten Krisenmonaten auf die Beine helfen soll.
Für eine Wiederholung im nächsten Jahr hätten die Programmplaner einen deutlich kleineren Etat. Und so wurde während des Kulturausschusses schon einmal laut überlegt, wie der Kultursommer entweder abgespeckt werden beziehungsweise wie eine mögliche Finanzierungslücke alternativ geschlossen werden könnte. Beim Stichwort Sparen war Heika Ring schnell beim Straßenkunstfestival, das in diesem Jahr „einer der größten Kostenpunkte“ gewesen sei, so die Projektmanagerin. Von zwei Tagen, was alleine höhere Übernachtungskosten für die Künstlerinnen und Künstler mit sich bringt, könnte es auf einen Tag verkürzt werden. Sponsoring würde den Handlungsspielraum dagegen vergrößern. Allerdings müssten solche Firmen oder Initiativen erst noch gefunden werden.
Nicht alle Anlieger waren begeistert
Einerseits gelobt, andererseits kritisiert wurde das Teilkonzept einer offenen Bühne am Stephansplatz. Bei vielen Besucherinnen und Besuchern kam das gut an. Zusammen mit dem Spielplatz und die Verbindung mit dem Café Einstein betrachteten es etliche Gäste als stimmige Ergänzung des kulturellen Angebots in Emden. Für Ärger sorgte die neue öffentliche Veranstaltungsfläche in der Innenstadt dagegen bei einigen Anliegern. „Wir würden nicht wieder drei Monate lang drei Tage am Stück auf einer Bühne spielen“, versprach Heika Ring.
Insgesamt waren sich die Beteiligten im Kulturausschuss einig, dass es ein gelungenes Experiment für die Innenstadt war. Es mangelt nicht an Ideen und Vorschlägen, was im nächsten Jahr anders gemacht werden könnte – vorausgesetzt, Politik und Verwaltung verständigen sich endgültig auf die Finanzierung und legen fest, wie hoch das Budget sein darf. Eine Anregung kam unter anderem von der CDU-Fraktion. So schlug Wilke Held vor, dass stärker als bisher mittelständische Wirtschaftsbetriebe in Emden wie Tanzschulen mit einbezogen werden.
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