Osnabrück Wagenknecht will in der Linken weiterkämpfen
Sahra Wagenknecht eckt mit ihrer Position zu Russland-Sanktionen in ihrer eigenen Partei immer wieder an. Die Linke stand jüngst vor der Spaltung, innerparteiliche Kritiker forderten gar ihren Ausschluss. Trotz alledem will Wagenknecht in der Linken immer noch weiterkämpfen.
In einem Interview mit unserer Redaktion sagte Wagenknecht: „Es ist immer besser, wenn man gemeinsam mit seiner Partei für eine vernünftige Politik streiten kann.” Gerade in der jetzigen Krisensituation sei eine starke Opposition gefragt: „Wir brauchen dringend eine politische Kraft, die all diejenigen vertritt, die jetzt wütend und verzweifelt sind.”
Die Linke sollte sich auf ihre Aufgabe konzentrieren, die Ampel-Koalition anzugreifen. sagte Wagenknecht und kritisierte: „Aber einige in der Linken führen offenbar lieber innerparteiliche Machtkämpfe, statt für die Wähler da zu sein.” Auf die Frage, ob eine neue Protestpartei im Land nötig sei und ob sie diese anführen wolle, sagte Wagenknecht: „Eigentlich sollte die Linke diese Aufgabe übernehmen. Ich bedaure, dass sie das nicht tut.”
Die Politikerin hatte kürzlich in ihrer Rede der Bundesregierung vorgeworfen, einen Wirtschaftskrieg gegen Russland „vom Zaun zu brechen“ und hatte ein Ende der Sanktionen gegen Moskau verlangt, um weiter billige Energie zu importieren. Das entspricht nicht der Parteilinie, die bestimmte Sanktionen unterstützt und die Kritik am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine betont. Einige forderten danach, Wagenknecht aus der Partei auszuschließen, eine Spaltung der Partei konnte gerade noch abgewendet werden. Auf die Frage, ob sie eine Zumutung für die Partei sei, antwortete Wagenknecht: „Ich gehöre zu denen, die sehr viel positive Resonanz aus der Bevölkerung bekommen. Wenn man das als Zumutung empfindet, nun ja..“
Angesichts der Energiekrise forderte Wagenknecht Bundeskanzler Olaf Scholz auf, mit Russland über neue Gaslieferungen zu verhandeln. Im Interview sage sie: „Die Bundesregierung sollte aus den meisten Wirtschaftssanktionen aussteigen und mit Russland über eine Wiederaufnahme der Gaslieferungen verhandeln.” Dafür müssten die beschädigten Pipelines schnell repariert werden. Die deutsche Industrie brauche preiswerte Energie, sonst würden viele Unternehmen die Krise nicht überleben oder ihre Produktion ins Ausland verlagern.
Wagenknecht wiederholte ihre - innerhalb der Linksfraktion umstrittene - Forderung, Sanktionen gegen Russland zu beenden. Zur Begründung sagte sie: „Die Sanktionspolitik und die durch sie ausgelöste Energiepreisexplosion haben bei uns katastrophale Folgen.”