Zum Gemeinde-Jubiläum  „De Plattproters“ veröffentlichen Hinte-Buch

| | 02.10.2022 07:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die beiden Plattproters sind besonders stolz auf ihr Buch, das nun in der Bücherstube steht: Hille Neumann (von links) und Sophie Lindner mit Maike Frerichs von der Bücherstube. Foto: Cordes
Die beiden Plattproters sind besonders stolz auf ihr Buch, das nun in der Bücherstube steht: Hille Neumann (von links) und Sophie Lindner mit Maike Frerichs von der Bücherstube. Foto: Cordes
Artikel teilen:

Dass Plattdeutsch lebendig bleibt, ist dem Verein „De Plattproters“ wichtig. Nun haben sie ein Buch geschrieben, in dem Hinte zweisprachig ganz besonders unter die Lupe genommen wird.

Hinte/Emden - Man soll ja bekanntlich kein Buch nach seinem Umschlag beurteilen. Der Umschlag des neuen Buches „Un‘s Gemeen Hint“, also „Unsere Gemeinde Hinte“, hält allerdings, was er verspricht. Der Verein „De Plattproters“, der normalerweise auch Plattdeutsch-Unterricht an Schulen gibt, hat dieses zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde zusammen gestellt.

Was und warum

Darum geht es: Der Verein De Plattproters aus Hinte hat im Rahmen des Jubiläums der Gebietsreform ein Buch herausgebracht, dass die Gemeinde damals und heute vergleicht.

Vor allem interessant für: alle, die aus Hinte kommen, dort wohnen oder weggezogen sind

Deshalb berichten wir: In diesem Jahr ist die Gebietsreform 50. Das hat diese Zeitung bereits in mehreren Berichten für einzelne Gemeinden beschrieben. Das Buch der Plattproters ist nun anlässlich des Reform-Jubiläums erschienen. Das fanden wir spannend und haben es uns genauer angeschaut.

Die Autorin erreichen Sie unter: d.cordes@zgo.de

„So hett sük Hint in de leste fievtig Jahr verännert“, schreibt sich der Untertitel, der auch prompt in das Hochdeutsche übersetzt wird: „So hat sich Hinte in den letzten fünfzig Jahren verändert.“ Alle Textbeiträge im Buch sind sowohl in plattdeutscher als auch in hochdeutscher Sprache vorhanden. Dafür mussten die Texte erstmal Wort für Wort übersetzt werden. „Wir sind Plattproters und keine Plattschrievers“, führt Hille Neumann, Schriftführerin des Vereins, an. Die Ostfriesische Landschaft war deswegen dabei behilflich.

Hinte früher und heute

Zwei Bilder zieren den Umschlag des Buches: Hintes Rathaus früher und heute. Im Buchinneren sind weitere Bilder zu entdecken, die das Heute mit dem Früher vergleichen. So erkennt man zum Beispiel, dass ein Haus zwar abgerissen und durch ein neues ersetzt wurde, der Baum aber stehen blieb. Auch alte Werbeanzeigen aus Zeitungen von damaligen Geschäften finden ihren Platz.

Das Material haben die Plattproters wochenlang gesammelt und eingeordnet, bis sie zufrieden mit dem Ergebnis waren. Mit den „neuen Medien“, so Neumann, mussten sich die etwas älteren Mitglieder des Vereins dafür erstmal zurechtfinden. „Wir haben uns aber rangetraut“, erklärt Sophie Lindner, Vorsitzende des Vereins.

Bilder vom Boden und aus der Luft

Die aktuellen Fotos haben die Mitglieder selbst geschossen. Dafür waren sich nicht nur am Boden in ganz Hinte unterwegs. Auch Luftbilder wurden geschossen, Hille Neumann war sogar bei den Flügen mit an Bord. Für die Fotos von vor 50 Jahren haben sie Privatpersonen gefragt, die ihre Alben durchstöberten. Auch das Landarbeiter-Museum in Suurhusen hat sie mit Bildern versorgt. Weitere Unterstützung gab es unter anderem von der Gemeinde Hinte.

„Ein Buch, da kann man sich auf die Vergangenheit besinnen“, beschreibt Sophie Lindner das Werk. „Un‘s Gemeen Hint“ solle kein historisches Buch darstellen. „Wir sind keine Historiker“, erklärt Neumann. Es sei eine Gegenüberstellung von heute mit dem, was sie wüssten, ergänzt ihre Kollegin Lindner.

In der Bücherstube

Das Buch schmückt nun das Regal „Unser Ostfriesland“ der Bücherstube am Rathaus in Emden. Die Plattproters und die Bücherstube arbeiten seit Jahren zusammen. „Die Zusammenarbeit klappt gut“, so Maike Frerichs von der Bücherstube. „Wir haben uns gesucht und gefunden“, wirft Sophie Lindner ein. Frerichs betreut die Projekte mit den Plattproters und freut sich über ein weiteres Buch in der Ecke mit den hiesigen Werken.

Das aktuelle ist nicht das erste Buch, das die Plattproters geschrieben haben. Bereits in „Vertellsels ut de Bibel“ (Erzählungen aus der Bibel) haben sie, damals zusammen mit dem Loppersumer Pastor Sebastian Schrap, biblische Geschichten in das Plattdeutsche übersetzt. Auch dabei haben sie mit der Bücherstube zusammengearbeitet.

„Un‘s Gemeen Hint“ scheint auch gut anzukommen. So erzählen die beiden Frauen des Vereins, dass es auch in die Ferne gesendet wird. „Ich kaufe zwei, das andere schicke ich zu meinem Bruder nach Amerika“, soll ein Bekannter gesagt haben, als er von dem Buch erfahren hatte.

Ähnliche Artikel