Finale des Ostfriesland-Cups  Turnier-Chef glaubt an einen Firrel-Sieg

| | 04.10.2022 18:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bastian Dassel reckte 2021 den Siegerpokal des Ostfriesland-Cups in die Höhe. Aufgrund einer Rotsperre aus dem Ligaspiel am Samstag verpasst der Kapitän von Kickers Emden aber diesmal das Finale. Archivfoto: Damm
Bastian Dassel reckte 2021 den Siegerpokal des Ostfriesland-Cups in die Höhe. Aufgrund einer Rotsperre aus dem Ligaspiel am Samstag verpasst der Kapitän von Kickers Emden aber diesmal das Finale. Archivfoto: Damm
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Kickers Emden gegen GW Firrel: Für viele ist es ein Traumfinale, das am Mittwoch in Aurich steigt. Ist Emden nur auf dem Papier Favorit?

Aurich - 17 Grad Celsius, leicht bewölkt und ein Platz in tollem Zustand: Es sieht ganz so aus, als würde das Finale des Ostfriesland-Cups doch noch unter sommerlichen Bedingungen ausgespielt werden – wenn nun auch erst im Herbst. An diesem Mittwoch ab 19.30 Uhr kommt es bei besten Wetterprognosen am Ellernfeld in Aurich zum Endspiel: Fußball-Regionalligist und Titelverteidiger Kickers Emden trifft auf den Landesligisten und „Rekord-Sieger“ (zwei Triumphe) GW Firrel.

Auf den Sieger des Duells warten zwei besondere Prämien. Zum einen gewinnt er ein Trainingslager im Sporthotel Middelpunkt in Middels im Wert von rund 3000 Euro, zum anderen darf er im kommenden Sommer gegen den Zweitligisten FC St. Pauli spielen. Auch 40 Prozent der Ticketerlöse dieses Supercups des Ostfriesland-Cups gehen an den Turniersieger.

Manfred Bloem organisierte zum fünften Mal den Ostfriesland-Cup. Foto: Jens Doden/Emden
Manfred Bloem organisierte zum fünften Mal den Ostfriesland-Cup. Foto: Jens Doden/Emden

Änderung im Vergleich zu Vorjahr

Zudem waren 2000 Euro für den Finalsieg ausgeschrieben. Doch nach dem tragischen Tod von Fußballer Marco Memenga vom FC Brookmerland Anfang August hatten sich der damals feststehende Finalist Firrel sowie die damaligen Halbfinalisten Kickers und SF Larrelt geeinigt, die Gewinnsumme an die Hinterbliebenen von Marco Memenga zu spenden. Initiiert hatte dieses Turnierorganisator Manfred Bloem nach einer Anfrage des FC Brookmerland. Schnell war bei Bloem der Wille geweckt, helfen zu wollen. Er schrieb auch zahlreiche Profivereine an, ob sie Trikots oder Ähnliches zum Versteigern schicken könnten. Sechs Erstligisten sowie Zweitligist und Supercup-Gegner FC St. Pauli kamen dem nach. Die sechs unterschriebenen Trikots sowie die signierte Kappe von Köln-Trainer Steffen Baumgart brachten insgesamt 5095 Euro ein. Das Wolfsburg-Trikot werde in der Halbzeitpause des Finales an den Ersteigerer übergeben, kündigt Manfred Bloem an. Er nennt das Duell Kickers gegen Firrel ein „Traumfinale“. „Noch nie haben die beiden klassenhöchsten Teams des Turniers auch das Endspiel bestritten“, sagt Organisator Manfred Bloem.

Im Vorjahresfinale musste das Elfmeterschießen entscheiden. Erst da hatte Kickers Emden den Bezirksligisten SF Larrelt niederringen können. Damals hatten sich die Teams nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit auf ein Elfmeterschießen geeinigt. Das wird es diesmal nicht geben. „Die Teams müssen bis zur bitteren Neige gehen, wenn es nicht in 90 Minuten entschieden wird“, sagt Manfred Bloem. Konkret ausgedrückt heißt das, dass bei einem Unentschieden noch eine Verlängerung à zweimal 15 Minuten ansteht. Sollte es auch danach noch remis stehen, würde ein Krimi aus elf Metern folgen.

Dassel nach Liga-Rot gesperrt

Eigentlich hätte das Turnierfinale am 3. August ausgetragen werden sollen – kurz vor dem Start der ostfriesischen Ligen. Doch die Regionalliga Nord startete bereits Ende Juli – und in die war Kickers relativ überraschend aufgestiegen. Damit sich der Ostfriesland-Cup nicht negativ auf die Vorbereitung für Regionalliga-Partien auswirkt, wurden das Emder Halbfinale und das Finale nach hinten geschoben.

Als zwei Klassen höher spielendes Team kommt den Emdern die Favoritenrolle zu. Diese nimmt Kickers-Coach Stefan Emmerling an: „Wenn wir gewinnen, ist es für viele normal. Bei einem Firrel-Sieg heißt es dann ‚große Überraschung‘.“ Emmerling steht – bis auf Kapitän Bastian Dassel – der Kader von der 0:3-Pleite am Sonnabend gegen Phönix Lübeck zur Verfügung. Der ohnehin angeschlagene Dassel darf wegen einer in dem Spiel kassierten Roten Karte nicht mitwirken, da die Sperre auch für das als „Freundschaftsspiel“ eingetragene Turnierfinale gilt. GW-Trainer Bernd Grotlüschen bezeichnet sein Team als „Außenseiter – erst recht bei den Ausfällen, die wir haben“. So fehlen unter anderem Kapitän Eike Thaden und Reinhard Grotlüschen. Bernd Grotlüschen sieht seine Mannschaft aber „alles andere als chancenlos“. Ein Finale – das des Saris-Cups in Holtland – hat Firrel in diesem Jahr gegen Kickers Emden bereits gewinnen können.

Manfred Bloem traut den Firrelern einen erneuten Coup zu. „Kickers ist in der derzeitigen Verfassung kein richtiger Regionalligist, Firrel ein guter Landesligist. Die Firreler sind nach dem guten Saisonstart mental gestärkt, haben nichts zu verlieren. Ich sehe sie einen Tick im Vorteil und erwarte eine spannende Partie.“

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