25-Jähriger vor Gericht Frau in Lokal in Barßel angezündet?
Ein 25-Jähriger soll bei einer Feier in Barßel die Kleidung einer Frau angezündet haben. Beweisen ließ sich das nicht – aber er muss zahlen..
Barßel/Cloppenburg - Der Vorwurf klang gewaltig: Weil ein 25-Jähriger aus Barßel während einer Feier in einem Lokal im Ort eine Frau angezündet haben sollte, musste er sich vor dem Amtsgericht Cloppenburg verantworten. Er war wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die Beweislage gestaltete sich aber schwierig. Am Ende stellte das Gericht das Verfahren gegen Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 3000 Euro ein.
Die Frau hatte an dem Abend in der Gaststätte Verbrennungen dritten Grades davongetragen. Zurückgeblieben sind bis heute große Narben. Was war passiert? Am Tatabend hatten etliche Personen in dem Barßeler Lokal gefeiert, darunter der Angeklagte und seine Freunde – und auch die Frau, die später die Verbrennungen erlitten hatte. Es wurde Alkohol getrunken, die Stimmung war gut. Zur Corona-Zeit stand am Eingang der Gaststätte Desinfektionsmittel, mit dem sich die Gäste die Hände desinfizieren konnten. Am späteren Abend soll dann das spätere Opfer aus Spaß mit dem Desinfektionsmittell herumgesprüht haben.
Entscheidende Frage blieb ungeklärt
Ob das wirklich so war, konnte nicht sicher festgestellt werden. Fakt ist aber, dass die Kleidung der Frau mit dem Mittel benetzt wurde. Sie selber wies den Verdacht zurück, sie hätte sich möglicherweise selbst besprüht.So oder so: Nun kam es zum eigentlichen Geschehen, das zum Prozess geführt hat. Denn plötzlich fing die Kleidung der Frau Feuer. Gäste und der Betreiber der Gaststätte löschten sofort die Flammen. Anfangs hatte die Frau noch gedacht, der Brand ihrer Kleidung hätte keine schlimmen Folgen für sie gehabt. Doch schon in der Nacht musste sie zum Arzt, der Verbrennungen dritten Grades an ihrem Körper feststellte.
Das Amtsgericht stand vor der Frage: Wie konnte die Kleidung der Frau in Brand geraten? Nach der ursprünglichen Anklage soll der 25-Jährige ein Feuerzeug an die Hose des mutmaßlichen Opfers gehalten haben, worauf das Kleidungsstück sofort Feuer gefangen habe. Die Frau absichtlich in Brand gesetzt zu haben, hat der Angeklagte im Verfahren aber vehement bestritten. Er habe sich mit seinem Feuerzeug lediglich eine Zigarette angezündet, erklärte der junge Mann aus Barßel. Wie genau die Kleidung der Frau Feuer fangen konnte, konnte im Prozess nicht geklärt werden.