Warten auf das Konzept Die Stadt Wiesmoor will beim Radverkehr aufs Tempo drücken
Bis zum Jahresende soll das Radverkehrskonzept für Wiesmoor der Verwaltung vorliegen. Bürgermeister Lübbers scharrt jetzt schon mit den Hufen. Es soll losgehen.
Wiesmoor - Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) wartet ungeduldig auf das fertige Radverkehrskonzept für Wiesmoor, das spätestens bis zum Jahresende vorliegen soll. „Erste Punkte wollen wir schon im kommenden Jahr umsetzen“, sagte der Verwaltungschef im Ausschuss für Verkehr und Feuerschutz. „Wenn wir schon solch ein Konzept erstellen lassen, dann erwarten die Bürger das auch von uns.“ Doch noch seien der Verwaltung die Hände weitestgehend gebunden, da das fertige Papier nicht vorliege. Dabei müsste das Geld, das benötigt werde, um einzelne Punkte des Konzeptes anzugehen, bereits jetzt Berücksichtigung finden, wenn in der Kämmerei über den Haushalt des kommenden Jahres gebrütet werde.
Was und warum
Darum geht es: Die Wiesmoorer Stadtpolitiker wollen möglichst schnell erste Punkte des Radverkehrskonzeptes angehen. Doch noch liegt das Papier in seiner endgültigen Form nicht vor.
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Deshalb berichten wir: Das Konzept war erneut Thema im Verkehrsausschuss. Den Autor erreichen Sie unter: o.baer@zgo.de
Jens Amelsberg (CDU) erteilte dem Konzept, wie es bislang vorgestellt wurde, eine gute Note. Gleichzeitig mahnte er an, dass sich die Stadtpolitik dringend überlegen müsse, wie sie mit den Vorschlägen des Planungsbüros umgehen wolle. Denn nicht alles, was die beauftragten Planer empfehlen, wird uneingeschränkt von den Kommunalpolitikern geteilt. Dies wurde schon bei der Fahrradbereisung klar, die aufgrund des widrigen Wetters mit dem Bus vorgenommen wurde.
Auf wenig Gegenliebe stößt bei manchen Ausschussmitgliedern insbesondere die Empfehlung, den Radverkehr weitestgehend auf die Straße zurückzuverlagern und damit verbunden, die Fußwege wieder den Fußgängern zurückzugeben. Als Rückmeldung im Protokoll der Fahrradbereisung ist vermerkt, dass die für Radfahrer freigegebenen Gehwege im Bestand weiterhin nutzbar bleiben sollen. Ebenso der fromme Wunsch, dass sich Radfahrer vorausschauender verhalten und langsamer fahren, solange sie eben nicht auf der Fahrbahn unterwegs sind.
Piktogramme sollen den Weg weisen
Baubetriebshof-Chef Johann Burlager kündigte an, dass das von den Planern befürwortete Streichen der Radwegbenutzungspflicht auf einigen Straßen ausprobiert werden könnte. Dabei verwies er auf aktuelle Regelungen, nach denen Radwege eine Mindestbreite von zwei Metern haben müssten, damit eine Benutzungspflicht ausgesprochen werden könne. Betroffen sein dürfte davon die Mullberger Straße, wo der Radweg zu einem reinen Fußgängerweg werden soll, wie der Ausschussvorsitzende Jürgen de Buhr (SPD) anmerkt. Den Radfahrern solle die neue Verkehrsführung mit Piktogrammen gewiesen werden.
Den Ansatz eines Radweges auf der Fahrbahn hatte Helmut Meyer (Grüne) bereits auf dem Amselweg erspäht, wo derzeit gearbeitet wird. „Da ist schon ein Stück markiert“, sagte er und blickte fragend zu Burlager. „Wir haben den Bauabschnitt noch einmal bis zum Adlerweg verlängert“, sagte Burlager. Am Beginn sei die Rotmarkierung bereits ausprobiert worden, hafte jedoch noch nicht ordentlich, da der aufgebrachte Bitumen ausdünsten müsse.
Das dickste Brett, das es im Zuge der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes zu bohren gilt, wird die Hauptstraße. Da waren sich alle einig. „Die Bundesstraße wird ein großes Thema. Das müssen wir vernünftig betrachten. Da benötigen wir eine geordnete Planung“, sagte Burlager. Auch Amelsberg mahnte hier zur Eile: „Wir müssen die notwendigen Verfahren frühzeitig anstoßen und sollten eine Bürgerbeteiligung nicht vergessen.“
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