Wolfsbüro prüft DNA  Erneut Rinder nahe Friedeburg gerissen

| | 10.10.2022 14:27 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Wolf spaziert im Bayerwald-Tierpark in Lohberg durch das Gehege. Foto: Weigel/dpa
Ein Wolf spaziert im Bayerwald-Tierpark in Lohberg durch das Gehege. Foto: Weigel/dpa
Artikel teilen:

Wieder wurden zwei junge Rinder draußen auf einer Weide angefallen und angefressen. In einem Fall lebte das Tier noch, als es entdeckt wurde. Das Bild ähnelt denen früherer Wolfsrisse.

Friedeburg - In der Gemeinde Friedeburg sind am vergangenen Wochenende erneut zwei Rinder durch Risse getötet oder schwer verletzt worden. Das bestätigte die Landwirtschaftskammer, die für die Erfassung von Wolfsrissen bei Nutztieren zuständig ist. Demnach wurde am Sonnabend, 8. Oktober, in Hoheesche am Ems-Jade-Kanal ein von hinten angefressenes totes Jungrind gefunden. Einen Tag später sei nur wenige Kilometer entfernt in Dose ein schwer verletztes Jungrind entdeckt und kurz darauf eingeschläfert worden. Auch dieses Tier sei von hinten angefressen worden. Beide Rinder gehörten laut Landwirtschaftskammer jeweils zu einer Herde von zehn bis 13 Tieren. In beiden Fällen, so heißt es weiter, sei die DNA unterwegs zum Wolfsbüro.

In der Region rund um den Knyphauser Wald im Landkreis Wittmund waren zuletzt immer wieder Rinder vom Wolf gerissen worden. Die Tiere wurden meistens – wie in diesem Fall – von hinten angefressen. Nicht alle wurden tot aufgefunden, einige lebten noch und mussten eingeschläfert werden. Die Landwirtschaftskammer führt auf einer eigens angelegten Karte die einzelnen Risse in der Region auf. Demnach wurden seit Anfang April in den Landkreisen Wittmund und Friesland elf Rinder vom Wolf getötet oder schwer verletzt. Da in den meisten Fällen DNA von den Bissstellen gewonnen werden konnte, können einzelne Risse auch individuellen Wölfen zugeordnet werden.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hatte wegen der wiederholten Risse am 14. September eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss eines Wolfes in den Kreisen Friesland und Wittmund erlassen. Zur Begründung hieß es unter anderem, dass das Raubtier sich auf die Jagd auf junge Rinder spezialisiert habe. Die Landesjägerschaft – zuständig für das Wolfsmonitoring – führt in der Gemeinde Friedeburg ein bestätigtes Wolfsrudel mit zwei Welpen.

Ähnliche Artikel