Ab 12 Uhrbleiben sie dicht  Emder und Krummhörner Apotheken streiken heute

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 19.10.2022 10:11 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Steigende Kosten, aber keine steigenden Honorare. Auch in Ostfriesland bangen Apotheken um ihre Existenz. Foto: Dittrich/dpa
Steigende Kosten, aber keine steigenden Honorare. Auch in Ostfriesland bangen Apotheken um ihre Existenz. Foto: Dittrich/dpa
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Die Apotheken in Emden, Hinte und der Krummhörn befürchten Einbußen durch ein geplantes Gesetz. Sie schließen an diesem Mittwoch, 19. Oktober, aus Protest mittags.

Emden/Hinte/Krummhörn - Die 13 Apotheken in Emden, Hinte und der Krummhörn verschärfen ihren Protest gegen Sparpläne der Bundesregierung. Sie treten deswegen an diesem Mittwoch, 19. Oktober, in einen Streik. Wie der Sprecher der Emder Apotheken und Bezirksvorsitzende des Landesapothekerverbandes, Oliver Hirsch, ankündigte, bleiben die Apotheken in Emden und der Krummhörn ab 12 Uhr geschlossen bleiben.

Laut Hirsch wird es in den teilnehmenden Apotheken nur eine Notfall-Besetzung geben. Der Notdienst am Abend und in der Nacht, den am 19. Oktober die Fresena-Apotheke in Hinte-Haskamp übernimmt, ist von der Aktion ausgenommen.

Auch im Saarland wird gestreikt

Die Apotheken in Emden und den beiden Nachbargemeinden schließen sich damit einer Aktion des Saarländischen Apothekervereins (SAV) an. Der hatte seine Mitglieder ebenfalls für diesen Dienstag zum Streik aufgerufen.

Hintergrund der Protestaktionen sind das Finanzstabilisierungsgesetz für die gesetzlichen Krankenkassen, das am 20. Oktober in zweiter und dritter Lesung Thema im Bundestag ist. Es sieht vor, dass der Apothekenabschlag, den die Apotheken für Fertigarzneimittel an die Krankenkassen zahlen, für die Dauer von zwei Jahren von 1,77 auf zwei Euro pro Packung erhöht wird.

Apotheker befürchten weitere Schließungen

Weil die Apotheken eine auf die Packungen bezogene Vergütung erhalten, sehen die Apothekerverbände darin eine Honorarkürzung. Sie befürchten hohe Einbußen und mittelfristig weitere Schließungen von Apotheken in Städten und Dörfern. „Wir protestieren gegen die Vorhaben der Regierung, uns in dieser für uns immer schwerer werdenden Zeit weitere wichtige Ressourcen zu nehmen“, so Hirsch.

Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) kritisiert zudem, dass im neuen Entlastungspaket der Bundesregierung keine Nothilfen für Apotheken vorsieht, die in ihrer Existenz bedroht sind. Aber auch Personalengpässe machen den Apotheken zu schaffen.

Auch in Ostfriesland regt sich schon seit längerem Protest gegen die Sparvorhaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). „Seit neun Jahren ist das Apothekenhonorar nicht mehr erhöht worden, während die Kosten drastisch steigen“, klagte jüngst Bernd Groeneveld, Apotheker aus Norden und Vorstandsvorsitzender des LAV gegenüber dieser Zeitung. Nach seinen Angaben ist in den vergangenen rund 15 Jahren die Zahl der Apotheken in Ostfriesland von etwa 140 auf rund 100 gesunken.

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