Bezirksligist noch ungeschlagen So erklärt Trainer Ralf Backhaus den Höhenflug des TuS Esens
Neun Siege, zwei Remis und viele Torspektakel: Die Saison läuft für den Bezirksliga-Tabellenführer bisher traumhaft. Das hat mehrere Gründe - und war im Sommer so nicht zu erwarten.
Ostfriesland - Vor der Saison hatte wohl keiner der 17 Bezirksliga-Konkurrenten den TuS Esens als Meisterschaftsfavoriten auf dem Zettel. Dass die noch ungeschlagenen Bärenstädter zurzeit die Fußball-Mannschaft der Stunde sind und nach elf Saisonspielen mit 29 Punkten und einem Torverhältnis von 36:6 von der Tabellenspitze grüßen, hätte auch TuS-Trainer Ralf Backhaus nicht gedacht. „Das ist schon kurios“, sagt er, zumal die Vorbereitung auf die Spielzeit alles andere als optimal gelaufen sei.
In den Freundschaftsspielen hatte Esens nämlich keine einzige Partie gewonnen und auch Niederlagen gegen Kreisligisten wie dem FC FW Zetel (2:3) und FC Rastede (1:4) kassiert. Hinzukamen personelle Ausfälle im Esenser Team durch Corona-Infektionen und Verletzungen.
Sieg beim Meister war der Startschuss
Die mäßig verlaufenen Sommerwochen bekamen die Bärenstädter anscheinend schnell aus ihren Köpfen, sodass sie direkt zum Bezirksliga-Auftakt für eine dicke Überraschung sorgten: Mit 3:2 gewannen sie beim amtierenden Meister TV Bunde. Eine Woche später folgte ein 3:2-Heimerfolg gegen den SV Großefehn.
Seit einem Monat läuft die Esenser Torfabrik so richtig auf Hochtouren. Auf ein 6:0 gegen Larrelt folgte erst ein 2:0 gegen TuRa 07 Westrhauderfehn und schließlich ein 8:0-Erfolg gegen Concordia Suurhusen. Dann gewann Esens 2:0 bei Germania Leer, ehe die Bärenstädter am Sonntag den TuS Strudden mit einer 6:0-Klatsche nach Hause schickten. Es war das fünfte Zu-Null-Spiel in Folge, zuvor hatte Esens in drei Partien keinen Gegentreffer kassiert. Backhaus hat sich in dieser Saison vor allem auf die Defensiv- und Abwehrarbeit fokussiert. „Wir sind sozusagen etwas vorsichtiger geworden“, sagt der Esenser, der seit November 2018 auf der TuS-Trainerbank sitzt und bislang ein Verfechter des bedingungslosen Angriffsfußballs war.
„Träumen darf man ja“
In die Karten spielt der Mannschaft natürlich auch die Rückkehr der zuletzt angeschlagenen Spieler. So sind Malte Ahrends, Niklas Sukowski, Manuel Meints sowie Torwart und Mannschaftskapitän Jannes Havemann wieder fit. Auch Torben Freudenberg, der vom zwei Klassen niedrigeren SC Dunum nach Esens gewechselt war, ist nach seiner Knieverletzung wieder einsatzfähig. Fünf Saisontreffer hat der Neuzugang bereits erzielt. „Dass er so einschlägt, damit hätte ich nicht gerechnet. Er macht das super“, lobt Ralf Backhaus.
Nachdem die vergangene Saison für den TuS Esens etwas unglücklich verlief, weil er in der Hinrunde zu wenige Punkte gegen die direkten Konkurrenten in der nachfolgenden Aufstiegsrunde erspielt hatte, genießen die 1. Herren nun ihre Spitzenreiter-Position. „Natürlich träumt man da auch mal vom Aufstieg in die Landesliga“, sagt Backhaus, der als aktiver Spieler 1989 mit dem TuS den Aufstieg in die Oberliga Nord (damals 3. Liga) schaffte. „Träumen darf man ja.“
Das Esenser Urgestein weiß aber, dass es bis zum Saisonende und bis zum ganz großen Erfolg – Esens spielte zuletzt 2014/2015 in der Landesliga – noch ein langer Weg ist. Das nächste Spiel ist aber schon in Sichtweite. An diesem Freitag treten die Bärenstädter bei Germania Wiesmoor an. Anpfiff ist um 20 Uhr.