Verödung der Innenstädte Die Kunden sitzen direkt am Drücker
Erst Corona, nun Krieg, Inflation und Energiekrise: Kein Wunder, dass die Kauflaune der Deutschen gedämpft ist und Innenstädte veröden. Dabei haben die Kunden das Mittel dagegen in der Hand.
Was ist der tiefste Punkt einer deutschen Fußgängerzone? Die Nordsee. Dieser Spruch über den Fisch-Filialisten weist auf ein Problem hin: Die deutschen Einkaufsmeilen von Flensburg bis Freiburg sehen ziemlich gleichförmig aus, mit immer denselben Läden, Namen und Angeboten.
Jahrelang gingen die Geschäfte halbwegs gut, jetzt aber klappt es immer weniger. Dafür gibt es hauptsächlich drei Gründe: Corona, klar. Aktuell kommt dazu die Zurückhaltung der Käufer wegen der Inflation und steigender Energiepreise. Und seit nunmehr Jahren die Konkurrenz durch das Internet, in dem immer mehr Kunden immer mehr kaufen. Die großen Ketten können diesem Druck vielleicht noch etwas länger standhalten, die wenigen verbliebenen inhabergeführten Einzelhändler allerdings haben kaum mehr eine Chance.
Aber was tun? Auf Corona und die Energiekrise haben Handel und Verbraucher wenig Einfluss, da bleibt nur die Hoffnung auf bessere Zeiten. Beim Kauf im Internet aber, da sitzen die Kunden direkt am Drücker – und je öfter sie den Türdrücker des Modegeschäfts oder des Buchhändlers im Ort dem Druck auf die Bestelltaste am heimischen Computer vorziehen, desto besser für ihre Innenstadt. Und, nebenbei bemerkt, desto weniger parken dann auch diese nervigen Sprinter-Lieferwagen die Straßen zu.
Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de