Sicherheit im Landkreis Leer Das Haus vor Einbrechern zu schützen, kostet kein Vermögen
Die dunkle Jahreszeit gilt als Hochsaison für Einbrüche. Doch schon mit einfachen Mitteln kann man den Eindringlingen das Leben verdammt schwer machen.
Landkreis Leer - Mit der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit beginnt die Einbruch-Saison, heißt es oft. Dann, wenn es draußen bereits früh dunkel ist, die Hausbewohner aber noch unterwegs sind, ist die ideale Zeit für ungebetene Eindringlinge.
Was und warum
Darum geht es: Die dunkle Jahreszeit gilt als Hochsaison für Einbrecher. Wir wollten wissen, wie man sich schützen kann.
Vor allem interessant für: Hausbesitzer.
Deshalb berichten wir: Nach zwei Corona-Wintern fürchten manche, dass es in diesem Jahr wieder mehr Eibrüche geben könnte. Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de
Jährlich wird in dieser Zeit vor Einbrechern gewarnt. Wir haben mit der Polizei und einer Leeraner Firma für Sicherheitstechnik über die die Gefahr gesprochen und beantworten die wichtigsten Fragen.
Beginnt im Herbst die Hochsaison für Einbrecher?
Ganz so einfach ist es nicht, erklärt Svenia Temmen, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden. Die Polizei nutze diese Zeit jedoch jährlich, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Trotzdem sei es nicht so, dass Einbrecher im Sommer nicht aktiv seien. „Das hält sich die Waage“, sagt Temmen. „Im Sommer stehen öfter Türen und Fenster offen.“ Im Herbst und Winter signalisieren unbeleuchtete Häuser am späten Nachmittag, dass niemand zuhause ist.
Insgesamt ist die Zahl der Einbruchsdelikte in den vergangenen Jahren zurückgegangen. In der Pandemie wurde der Rückgang häufig auf Home-Office und Kontaktbeschränkungen zurückgeführt, wodurch die Menschen häufiger zuhause waren und Täter kein leichtes Spiel hatten. Doch Temmen betont, dass die Zahlen bereits vor Corona sanken. „Die Menschen sind sensibler und in den Häusern ist inzwischen mehr Sicherheitstechnik verbaut“, erklärt die Polizeisprecherin. Zudem sei es der Polizei immer wieder gelungen, Taten aufzuklären. Auch das schrecke Täter ab.
Wer sind im Landkreis Leer die üblichen Verdächtigen?
In den Großstädten werden Einbrüche häufig organisierten Banden zugeschrieben. Die Polizei spricht in diesen Fällen von überörtlichen Tätern, das heißt die Kriminellen wohnen selbst nicht vor Ort, sondern reisen für ihre Einbrüche an. Oft sind dann gerade Siedlungen mit guter Autobahnanbindung besonders von Einbrüchen betroffen.
Doch im Landkreis Leer kann kein lokaler Schwerpunkt von Einbrüchen ausgemacht werden, erklärt Polizeisprecherin Svenia Temmen. „Wir haben es hier vor allem mit örtlichen Tätern zu tun“, sagt sie. Diese nutzen Gelegenheiten, die sich vor Ort für Einbrüche ergeben.
Wie sieht ein guter Basisschutz vor Einbrüchen aus?
Bereits mit einfachen Tricks, kann die Sicherheit der eigenen vier Wände deutlich erhöht werden. Polizeisprecherin Svenia Temmen gibt Tipps: „Wir raten jedem, eine Lampe per Zeitschaltuhr brennen zu lassen, um Anwesenheit zu suggerieren.“ Zudem sollten Fenster und Türen stets vollständig geschlossen sein, wenn man das Haus verlässt.
„Grundsätzlich sollte sich jeder Hausbesitzer um mechanischen Schutz von Fenstern und Türen kümmern“, sagt die Polizistin. Jens Boelen, Geschäftsführer der Leeraner Firma Sandersfeld Sicherheitstechnik, erklärt, womit das am besten klappt: „Für Türschlösser gibt es einen Schutzbeschlag, der verhindert, dass Einbrecher an den Schließzylinder herankommen. Für Fenster gibt es mechanische Aufbruchsicherungen, die man auch nachträglich einbauen kann.“ Pro Fenster zahle man hierfür etwa 100 Euro aufwärts. Höchsten Schutz verspricht eine sogenannte Pilzkopfverriegelung an den Fenstern. Laut Boelen müssen Hausbesitzer hierfür mit 250 bis 300 Euro pro nachgerüstetem Fenster rechnen. Ein Aufhebeln des Fensters gerät damit für Einbrecher an den Rand der Unmöglichkeit.
Wer noch mehr Sicherheit haben möchte, denkt vielleicht über die Installation einer Alarmanlage nach. „Bei Alarmanlagen gibt es preislich kaum eine Grenze nach oben“, erklärt Jens Boelen. Doch schon für etwa 1200 bis 1300 Euro gebe es professionelle Anlagen auf Funkbasis. Polizeisprecherin Svenia Temmen betont, dass der mechanische Schutz vor Einbrechern Priorität habe. „Alarmanlagen kann man machen. Man sollte aber immer vor Augen haben, dass sie Einbrüche zwar melden, sie aber nicht verhindern.“