Politik stellt Weichen für neue Schulform Freie Schule freut sich auf Start in Moordorf
Die Freie Christliche Schule Ostfriesland wird voraussichtlich 2023 eine Zweigstelle in Moordorf eröffnen. Noch ist die Zahl der Anmeldungen überschaubar.
Südbrookmerland - Was manche Eltern in Südbrookmerland herbeisehnen, wird zum Schuljahr 2023/24 mit großer Wahrscheinlichkeit Realität: Die Freie Christliche Schule Ostfriesland (FCSO) mit Sitz in Veenhusen (Landkreis Leer) eröffnet eine Zweigstelle in Moordorf. Die private Gesamtschule nutzt dafür den leerstehenden linken Flügel und den Verwaltungstrakt der ehemaligen Haupt- und Realschule. Diese ist zum Ende des Schuljahrs 2021/22 ausgelaufen. Das Gebäude wird künftig zum Teil als Kita genutzt – und nun eben auch wieder als Schule.
Der Schulausschuss des Gemeinderates Südbrookmerland tagt eigens in den Herbstferien. Er berät am kommenden Dienstag ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Victorbur über die Ansiedlung der FCSO. Die Entscheidung fällt in der Ratssitzung am 3. November (Beginn um 19 Uhr in der Aula der Haupt- und Realschule). Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, sind bislang 41 Kinder für den Besuch der FCSO in Moordorf vorangemeldet, davon 30 aus Südbrookmerland. Damit wäre die Schule zweizügig.
„Wir warten auf das Go der Gemeinde“
Reichen 41 Anmeldungen? Von der Schule kommt ein klares Ja. „Mit dieser Zahl würden wir starten“, sagt FCSO-Vorstandssprecher Konrad Huismann. Im Mai hatten er und Schulleiter Christian Hunsmann in einem Pressegespräch 58 Fünftklässler als Wunschzahl für den Start in Moordorf genannt. Dennoch seien 41 Anmeldungen nicht zu wenig, stellt Huismann jetzt klar. Er ist zuversichtlich: „Wenn wir das Signal zum Starten geben, kommen noch mehr.“ Die Schule sei guter Dinge und freue sich auf den Start in Moordorf. „Von unserer Seite aus wollen wir weitermachen. Wir warten auf das Go der Gemeinde Südbrookmerland.“
Mit dem jetzt anstehenden Ratsbeschluss wäre eine wichtige Weiche gestellt. Die Eltern hätten Planungssicherheit. „Auch danach muss noch einiges geklärt werden“, sagt Arno Janssen von der Gemeindeverwaltung. Damit meint er unter anderem die Schülerbeförderung, die mit dem Landkreis Aurich besprochen werden müsse. „Aber wir haben ja noch etwas Luft.“
„Es ist eine Elternschule“
Die FCSO ist eine Schule in freier Trägerschaft. Sie hat kein festes Einzugsgebiet. Angemeldet werden können Kinder aus ganz Ostfriesland und darüber hinaus. Die Privatschule finanziert sich durch staatliche Zuschüsse, Spenden und Elternbeiträge. Das Schulgeld beträgt 132 Euro pro Monat. Für Geschwisterkinder müssen die Eltern weniger zahlen (80 Euro für das zweite Kind, 55 für das dritte, 35 für das vierte). Der Schule sei es wichtig, dass sich die Eltern mit ihr identifizieren, hatte Schulleiter Hunsmann im Mai betont. Sie müsse ihnen am Herzen liegen. „Es ist eine Elternschule. Sie gestalten diese Schule mit.“ Die FCSO in Moordorf solle keine reine Kopie der Schule in Veenhusen werden.
In Moordorf sollen laut Beschlussvorlage Kinder von Klasse fünf bis zehn unterrichtet werden. Bei Aufnahme des Schulbetriebs müsse eine nutzbare Lehrküche vorhanden sein, heißt es weiter. Naturwissenschaftliche Räume würden voraussichtlich erst ab dem Schuljahr 2024/25 benötigt. Der Mietvertrag zwischen der Gemeinde und dem Trägerverein soll zum Start auf zehn Jahre festgeschrieben werden.
Über die Ansiedlung der FCSO wird in Südbrookmerland schon seit anderthalb Jahren diskutiert. Im März hatte sich eine Elterninitiative gegründet und innerhalb weniger Tage mehr als 400 Unterschriften pro FCSO gesammelt. Kritiker sehen darin auch ein Zeichen der Unzufriedenheit mit der Integrierten Gesamtschule Marienhafe-Moorhusen. In einer Elternbefragung der Gemeinde hatten 37 Prozent der Eltern von Grundschulkindern erklärt, dass sie ihr Kind am liebsten auf eine Realschule schicken würden – also auf eine Schulform, die es in Südbrookmerland nicht mehr gibt.
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