Hamburg  Markus Lanz mischt sich in hitzige Debatte mit Luisa Neubauer ein

Laurena Lynn Erdmann
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Von Laurena Lynn Erdmann
| 19.10.2022 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Luisa Neubauer ist nicht nur bei Markus Lanz zu Gast. Sie diskutierte auch in der ARD-Talkshow Anne Will. In der jetzigen Sendung bei Markus Lanz ging es um die Atomkraftwerke. Foto: Imago Images/Eventpress
Luisa Neubauer ist nicht nur bei Markus Lanz zu Gast. Sie diskutierte auch in der ARD-Talkshow Anne Will. In der jetzigen Sendung bei Markus Lanz ging es um die Atomkraftwerke. Foto: Imago Images/Eventpress
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Am Dienstagabend wurde es bei Markus Lanz hitzig: Luisa Neubauer und weitere Gäste diskutierten über den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke. Dann mischt sich auch der Moderator selbst ein: „Ich muss mich jetzt wehren“, so Lanz.

In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ waren am Dienstagabend Klimaaktivistin Luisa Neubauer, Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Journalistin Anja Maier und Soziologe Matthias Quent eingeladen. Thema der Sendung war die „Bedeutung sozialer Bewegungen und die Krisenfestigkeit der Demokratie“ - dazu hatte der Moderator selbst einiges zu sagen.

Erst vergangene Woche sagte Greta Thunberg in der Maischberger-Sendung, dass „wenn die Atomkraftwerke schon laufen, es ein Fehler wäre, sie abzuschalten und sich der Kohle zuzuwenden.“ Nun wollte Lanz von Neubauer hören, ob deutsche Atomkraftwerke weiterlaufen sollen oder nicht. Sie kritisiert die Kultur der Debatte: „Man erweckt den Anschein, dass man sich zwischen Kohle- und Atomkraft entscheiden muss.“ Doch Neubauer argumentiert für die erneuerbaren Energien. „Provisorisch wird man jetzt ein bisschen hantieren müssen“, räumt sie ein. Das bezeichnet Lanz nur als „geschickter Versuch, abzulenken.“

Die Journalistin Maier lobte Greta Thunbergs „pragmatische“ Einschätzung. In Richtung Neubauers fragte Lanz: „Würden Sie sich so einen Satz auch trauen?“ De Maizière bemerkte: „Der versucht es jetzt zum dritten Mal.“ Das deutsche Gesicht von „Fridays for Future“ entgegnete: „Ich weiß nicht, was sie von mir wollen. Soll ich jetzt ein Pseudo-Pro-Atomkraft-Statement machen?“

Daraufhin argumentierte Soziologe Matthias Quent, dass der Platz, den die Atomkraft in der Energiediskussion bekommt, nicht angemessen sei. Doch ZDF-Moderator Lanz ist anderer Meinung und unterbrach ihn: „Da muss ich mich wehren, auch als Bürger dieses Landes.“

Es gehe hier nicht „um bisschen halligalli“, sondern um „existentielle Fragen.“ Und es gehe darum, dass „wir die viertgrößte Volkswirtschaft dieses Planeten sind und zehnmal so hohe Energiepreise zahlen wie die in den USA.“ Er zitiert Wirtschaftsweisen Veronika Grimm: Sie berechnete in einer Studie, dass der Strompreis bis um 12 Prozent sinken könnte, wenn die Atomkraftwerke weiter im Betrieb blieben. „Das ist relevant für viele, viele Menschen. Es geht um die Existenz vieler Leute und es geht diesem Land an den Kragen, wenn wir diese Energie- und Gaspreise nicht in den Griff kriegen.“

De Maizière stellt nach Lanz‘ Beitrag fest, dass er „es spannend findet, dass der Moderator zum Diskussionsteilnehmer wird.“

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