Cannabis-Legalisierung Alte und neue Probleme
Die geplante Cannabis-Legalisierung löst ein Problem. Sie schafft aber auch neue – etwa die Frage, wie Kinder und Jugendliche geschützt werden können.
Wie jeder Einzelne zur Cannabis-Freigabe steht, ist oft eine Frage des persönlichen Lebensstils. Jenseits der ideologischen Debatte hilft ein Blick auf die Realität. Der zeigt, dass vier Millionen Erwachsene, also fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland, Cannabis nutzen. Sie zeigt aber auch, dass es eindeutige wissenschaftliche Beweise dafür gibt, dass Cannabis Psychosen auslösen kann.
Das Eckpunktepapier des Gesundheitsministeriums zur Cannabis-Legalisierung versucht, beidem gerecht zu werden – aber ob das gelingt? Die von der Ampel schon im Koalitionsvertrag vereinbarte Legalisierung würde die Millionen Kiffer, die sich ab und zu zum Genuss einen Joint anzünden, aus der Illegalität holen – das ist zu begrüßen. Sie entlastet Polizei und Justiz, die Kleinkonsumenten nicht mehr strafrechtlich verfolgen müssten. Der Reiz des Verbotenen entfällt, was vor allem für Kinder und Jugendliche ja besonders verlockend ist.
Doch Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass der Konsum nach der Legalisierung deutlich zunimmt und das „Kraut” zunehmend als harmlos angesehen wird. Wie will die Ampel verhindern, dass Kinder und Jugendliche zum Dealer im Park statt in lizenzierte Abgabestellen gehen? Oder dass sie mit Älteren und Erwachsenen zusammen kiffen? Ein angeblich besserer Jugendschutz und ein generelles Werbeverbot, wie im Entwurf vorgesehen, reichen da nicht.