Karriereende nach Verletzung  Tränenreicher Abschied von Großefehns Kapitän Swieter

| | 20.10.2022 17:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Jannik Swieter muss seine Karriere beenden.
Jannik Swieter muss seine Karriere beenden.
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Jannik Swieter hat lange mit sich gerungen. Am letzten Dienstag trat der Kapitän des Fußball-Bezirksligisten SV Großefehn vor die Mannschaft und erklärte schweren Herzens seinen Rücktritt.

Großefehn - Geahnt hatte er es schon länger, nach dem Kontroll-Termin in der letzten Woche mit seinem operierenden Arzt in Essen stand die Entscheidung endgültig fest: Jannik Swieter, Kapitän des Fußball-Bezirksligisten SV Großefehn, wird seine Karriere mit 29 Jahren beenden. „Es ist doch klar, dass mir die Entscheidung extrem schwer gefallen ist. Seit meinem dritten Lebensjahr spiele ich Fußball, mein kompletter Wochenablauf mit Training, Ernährung und Terminplanung war auf den Fußball ausgerichtet“, erklärt Swieter, wie er mit sich gerungen hat.

Am 21. Mai im Heimspiel gegen den TuS Middels hatte er sich schwer an der Patellasehne verletzt, in einer aufwendigen Operation wurde ihm eine Plastik eingesetzt. Der Eingriff ist vergleichbar mit einer komplizierten Kreuzbandoperation. Bei der Nachbehandlung sei ihm schon mehrfach der Gedanke gekommen, dass es das mit der aktiven Karriere gewesen sein könnte.

Druck von ihm gefallen

„Ich wollte keine schnelle Entscheidung treffen, sondern mir die Zeit nehmen. Ich bin jetzt auch sehr erleichtert, es ist ein großer Druck von mir gefallen“, so Swieter. Er habe selbst gemerkt, dass er zu Anfang der Reha zu ehrgeizig gewesen sei, die Therapeuten mussten ihn anfangs häufig bremsen. „Im Hinterkopf ist ja ständig, dass man schnell wieder fit werden möchte. Aber im Laufe der Zeit wurde mir immer klarer, dass es für meine Gesundheit besser ist, mit dem Kontaktsport aufzuhören.“

Grundsätzlich ist es mit einer Patella-Plastik schon möglich, wieder Fußball zu spielen, doch Swieter zog sich in den letzten Jahren schon mehrfach schwere Verletzungen zu. Ein Knorpelschaden sowie Meniskuseinriss hatten ihn nicht davon abhalten können, wieder dem geliebten Leder nachzujagen.

Seit der A-Jugend in Großefehn

Der torgefährliche Mittelfeldspieler begann seine Karriere beim TSV Holtrop und kickte dann - bis auf einen zweijährigen Ausflug zu Frisia Loga - seit der A-Jugend für den SV Großefehn. „Mit einigen aus der Mannschaft spiele ich praktisch seit der Jugend zusammen, wir sind ganz enge Freunde. So etwas gibt man nicht so einfach auf.“

Eines der letzten Spiele von Jannik Swieter für den SV Großefehn. Hier eine Szene aus der Partie im April gegen den FC Norden. Archivfotos: Steenhoff
Eines der letzten Spiele von Jannik Swieter für den SV Großefehn. Hier eine Szene aus der Partie im April gegen den FC Norden. Archivfotos: Steenhoff

Bereits in der letzten Woche informierte er Trainer Bi Le Tran und den sportlichen Leiter Tamme Bölts über seine Entscheidung. „Auch beim Auswärtsspiel in Larrelt am letzten Wochenende wurde ich natürlich wieder angesprochen und musste mir auf die Zunge beißen. Am Dienstag habe ich der Mannschaft dann vor dem Training meine Entscheidung mitgeteilt. Da sind dann auch Tränen geflossen“, erzählt Swieter von den sehr emotionalen Momenten.

Rückkehr in anderer Funktion

Natürlich werde er dem Team auch weiterhin die Daumen drücken, aber jetzt nicht mehr als verletzter Kapitän, sondern als sehr interessierter Zuschauer. Aktuell trainiert Swieter gemeinsam mit Tamme Bölts beim SV Großefehn die Bambinis. Jetzt benötigt der Schalke-Fan aber erst einmal ein bisschen Abstand. Trainer Bi Le Tran wünscht sich, dass Swieter nach einer gewissen Zeit der Mannschaft oder dem Verein erhalten bleibt.

„Ich muss jetzt meine Gedanken ordnen und werde mich dann sicher wieder als Trainer oder Co-Trainer einbringen wollen“, meinte Swieter. In den letzten Tagen blieb ihm kaum Zeit, die großen Emotionen zu verarbeiten. Denn er war mit den Vorbereitungen beschäftigt. Heute feiert er in seinen 30. Geburtstag hinein. Aber nicht nur das, denn es beginnt auch sportlich ein neuer Lebensabschnitt.

Großefehn gegen Moordorf

Im ersten Spiel nach dem Karriereende von Kapitän Jannik Swieter trifft der SV Großefehn am Sonntag (15 Uhr) auf den Tabellenvorletzten Ostfrisia Moordorf. Aber schon am heutigen Freitag stehen zwei Partien an. Zum einen erwartet TuRa 07 Westrhauderfehn das Team von Germania Leer (20 Uhr) zum Derby. Zum anderen trifft der TV Bunde auf Schlusslicht Concordia Suurhusen (ebenfalls 20 Uhr).

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