Baudenkmale in Emden Sanierung der historischen Emstreppe rückt näher
Die Verbindung von der Altstadt zur Emsmauerstraße ist einige Jahrhundert alt. Jetzt sind Investoren in Sicht, die sich dieses Baudenkmals annehmen wollen.
Emden - Sie ist zwar eher unscheinbar, aber stadtgeschichtlich von besonderer Bedeutung: Die historische Emstreppe in der Emder Altstadt könnte bald im neuen Glanz erstrahlen. Es gibt nämlich Investoren, die die Restaurierung dieses Treppenaufgangs aus dem 15. Jahrhundert unterstützen wollen, teilte die Stadt dieser Zeitung auf Anfrage mit.
Namen nennt die Stadt noch nicht, es wird aber darüber spekuliert, dass es sich bei den Investoren um die Gruppe von Geschäftsleuten handelt, die die ehemalige Emsschule umbauen will und hinter dem Gebäude eine Kindertagesstätte sowie neue Wohnungen plant. Dieses Areal liegt gegenüber der Emstreppe, die über 13 Stufen die Pelzerstraße mit der tiefer gelegene Emsmauerstraße verbindet.
Pläne für die Sanierung gibt es schon
Grundlagen für die Sanierung des Baudenkmals gibt es bereits. Der Monumentendienst, ein von den Landkreisen und Städten mitgetragener Informations- und Wartungsdienst für historische Gebäude im Weser-Ems-Gebiet, hat das Bauwerk im Auftrag der Stadt vor zwei Jahren untersucht. Der Inspektionsbericht empfiehlt auch, was an dem Treppenaufgang genau zu tun ist, um ihn zu erhalten.
Anfang dieses Jahres schaltete sich auch der Verein Anno ein. Diese Gesellschaft zur Erhaltung Ostfriesischer Kultur- und Baudenkmale, die sich bereits für die Rettung der Emsschule stark gemacht hatte, hat laut Stadt inzwischen „erste erfolgreiche Gespräche“ mit möglichen Investoren geführt. Es gebe bereits mündliche Zusagen, abschließende Gespräche stünden aber noch aus, heißt es.
Es gibt Klagen über den Zustand
Bis es zu einem Ergebnis kommt, werde der städtische Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE) die Emstreppe weiterhin regelmäßig überprüfen und die Sicherheit des Bauwerks gewährleisten, so die Stadt. Mit dieser Ankündigung reagiert sie auch auf Klagen über den Zustand dieses Baudenkmals.
Vor einigen Monaten hatte deshalb die GfE-Fraktion des Emder Stadtrates schon Alarm geschlagen und rasche Reparaturen gefordert. GfE-Ratsmitglied Michael Martens hatte in dem Antrag an die Stadt von einem „erbärmlichen und für Benutzer gefahrvollen Zustand“ der Emstreppe gesprochen.
Am Fuß der Emstreppe floss im ausgehenden 15. Jahrhundert noch die Ems. Der Niedergang führte von der ältesten Warft der Stadt, der heutigen Altstadt, direkt ans Wasser. Die ortsansässigen Gerber (Pelzer) nutzen ihn, um Felle in der Ems zu reinigen. Damals schützte die Emsmauer die Stadt vor den Fluten. Später verlandete der alte Emsbogen.