Unterlagen überreicht BI demonstriert für Erhalt der Grundschule Jennelt
An diesem Mittwoch kommen Gutachter zur Grundschule Jennelt. Dort werden sie von Demonstranten erwartet. Diese fanden auch schon bei der Bürgermeisterin Gehör.
Krummhörn - Die Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt des Schulstandortes in Jennelt kommt an diesem Mittwoch an der Grundschule zusammen. Dort wollen die Mitglieder um 8.45 Uhr die Bonner Firma Biregio empfangen. Die wurde von der Gemeinde damit beauftragt, alle Krummhörner Schulen und Kitas zu begutachten. Befürchtet wird nun, dass am Ende empfohlen wird, zumindest die Jennelter Grundschule zu schließen. Immerhin ist der bauliche Zustand dort besonders schlecht und die Schülerzahl ist in den Augen mancher zu klein.
Was und warum
Darum geht es: Gutachter untersuchen in diesen Tagen den Zustand der Krummhörner Kitas und Schulen – und geben Empfehlungen zu deren Zukunft.
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Deshalb berichten wir: Die BI hatte uns auf den jetzt anstehenden Protest sowie auf das Gespräch mit der Bürgermeisterin hingewiesen. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Darum wolle man nun „mit möglichst vielen großen und kleinen Menschen und Plakaten vor der Schule in Erscheinung treten“, um ein „öffentlichkeitswirksames Zeichen zu setzen“. Das ist auf der neuen Website der BI (www.erhaltet-grundschule-jennelt.de) zu lesen. Es ist eine von mehreren geplanten Aktionen. So sollen beispielsweise auch noch Plakate aufgestellt sowie Aufkleber und Flyer gedruckt und verteilt werden. Auch in den sozialen Medien wolle man sich stärker positionieren und auf Instagram und Facebook aktiv werden. Das wurde bereits kürzlich bei einer Zusammenkunft der BI angekündigt, an der unsere Zeitung und auch Vertreter aus der Krummhörner Politik teilnahmen.
Unterlagen sollen Gutachter-Entscheidung beeinflussen
Zudem gab es jetzt ein „sehr konstruktives Gespräch“ zwischen Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos), Wolfgang Beek (Leiter Fachbereich Bürgerservice) und der BI. Das bestätigt auf Nachfrage Jutta Lerche-Schaudinn, frühere Schulleiterin in Jennelt und jetzige BI-Sprecherin. Man habe jetzt bei dem Treffen auf Wunsch von Looden Unterlagen überreicht, die für den Erhalt der Grundschule sprechen. Auch habe man darin Einblicke in die „wertvolle pädagogische Arbeit der Grundschule/Kita Jennelt“ gegeben, so die BI auf Ihrer Website. Die Informationen sollen nun sowohl der Gemeinde als auch der Firma Biregio als Entscheidungshilfe dienen.
So weist Lerche-Schaudinn auf Nachfrage beispielsweise darauf hin, dass sich zurückliegende Prognosen zur Schülerentwicklung am Ende als falsch erwiesen hätten. So sei 2014 von Biregio vorausgesetzt worden, dass es im Schuljahr 2019/2020 in Jennelt 86 Kinder geben werde. Am Ende seien es aber 35 mehr gewesen – auch, weil Kinder mit Inklusionsbedarf doppelt gerechnet werden, erklärt die frühere Rektorin. Schon bei der jüngsten BI-Sitzung war in diesem Kontext darauf hingewiesen worden, dass mehr Schüler als früher gefördert werden müssen und die Voraussetzungen stark schwanken – liege nun offiziell Inklusionsbedarf vor oder nicht. Da mache es Sinn, dass die Klassen kleiner seien als in früheren Zeiten, hieß es seitens der Lehrkräfte.
Gemeinde: „BI wird selbstverständlich gehört“
Gemeindesprecher Fritz Harders bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass Looden nun der BI noch einmal versichert habe, „dass die Argumente der BI im Rahmen der Bedarfsanalyse selbstverständlich gehört werden.“ Bei der jetzt anstehenden Besichtigung handle es sich aber um ein geschlossenes Treffen, an dem auch die Presse nicht teilnehmen könne.
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Sobald Biregio alle Krummhörner Einrichtungen bereist und sich ein Bild gemacht hat, sollen Workshops folgen, in denen es um die ermittelten Zahlen und Daten gehen soll. Die Ergebnisse dieser Workshops wiederum sollen schließlich der Krummhörner Politik zur letztendlichen Entscheidung vorgelegt werden. Vor acht Jahren bekamen es die damaligen Ratsmitglieder schon einmal damit zu tun. Da ging es um die Schließung der Grundschulen Greetsiel und Loquard – und die Ratsleute stimmten dagegen.