Modernisierung der Fußgängerzone Der rote Teppich in der Osterstraße hat bald ausgedient
Seit Jahren wird in der Auricher Fußgängerzone gebuddelt. Jetzt ist Land in Sicht. Die Stadt und die Baufirma zogen eine positive Zwischenbilanz.
Aurich - Im Eiltempo kommt man ans Ziel: Die Stadt Aurich und die Firma Strabag hatten bei der Erneuerung der Fußgängerzone aufs Tempo gedrückt. Gleich zwei Bautrupps mit jeweils vier bis fünf Mitarbeitern hatte das Unternehmen eingesetzt. Deshalb wird die Pflasterung der Osterstraße voraussichtlich bis Mitte November abgeschlossen sein. Diese Prognose wurde am Mittwoch bei einem Pressegespräch gestellt. Wie geplant wird bis zum 18. November die Teilfläche von Juwelier Gerlach bis kurz hinter der Drogerie Maaß mit Natursteinen ausgelegt. Das verbleibende Stück von der Wallstraße bis zur Großen Mühlenwallstraße soll bis Ende des Jahres gepflastert werden. „Wenn dort noch gearbeitet wird, ist das für die Besucher des Weihnachtszaubers nicht allzu kritisch“, sagte Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos).
Die Mitarbeiter der Stadt strichen heraus, dass trotz einiger Einschränkungen die meisten Geschäfte in der Osterstraße wieder gut erreichbar seien. Das hatte die Verwaltung zugesichert. Für die Baufirma war das ein Handicap: „In der Regel werden solche Arbeiten bei einer Vollsperrung durchgeführt“, sagte Bauleiter Hans-Jürgen Heyen. Die Pflasterung im laufenden Geschäftsbetrieb führt dazu, dass Bauarbeiter sich auch mit den Anliegen der Einzelhändler auseinandersetzen müssen. In Gesprächen mit dieser Zeitung haben die betroffenen Kaufleute stets versichert, dass die Arbeiter kooperativ und freundlich gewesen seien. Sie hätten alles getan, um die schwierige Situation zu entspannen. Das ergab auch eine Nachfrage am Mittwoch vor Ort bei einigen Händlern. „Wir können uns nicht beschweren“, sagte eine Verkäuferin. Die Trupps arbeiteten nach ihrer Einschätzung schnell und umsichtig. Die Sanierung als solche wurde aber von vielen als Strapaze empfunden.
Natursteine raus, Klinker rein
Der Ablauf der Arbeiten unterliegt bisweilen einer schwer nachvollziehbaren Systematik. So sind laut Planung entlang der Fußgängerzone sogenannte Snackdelen vorgesehen. Das sind farblich und materiell abweichende Mini-Flächen in der Natursteinpflasterung, die von den Ingenieuren als Verweil-Areale gedacht sind. Dort soll Klinker verlegt werden. Den bringen die Arbeiter der Firma Strabag allerdings zunächst nicht ein, sondern verwenden aus „arbeitstechnischen Gründen“ erst Natursteine, die dann wieder entfernt werden, um dem Klinker Platz zu machen.
Stichwort Platz: Der ist auch rund um die beiden einzigen Bäume, die noch in der Osterstraße stehen, freigelassen worden. Dort wolle man durch gezielte Maßnahmen deren Vitalität stärken, hieß es. Jeder weiß, dass Bäume durch Straßenarbeiten leiden. Das gilt auch, wenn die Stämme wie in der Osterstraße mit schützenden Manschetten ummantelt sind. Entscheidend ist das Wurzelwachstum, das mitunter durch Versorgungsleitungen und Schächte beeinträchtigt werden kann. Man werde großflächig eine Substanz einbringen, um das Wurzelwachstum zu verbessern, sagte Tiefbauamtsleiter Bernd Ewerth. Außerdem werde man im nächsten Jahr sechs neue Bäume in der Osterstraße pflanzen.
Alles wird neugemacht
Die Neugestaltung der Burgstraße und der Osterstraße läuft mit Unterbrechungen bereits seit Mai 2019. Zunächst wurden die Kanalisation und die Versorgungsleitungen erneuert (Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation). Die Fußgängerzone erhält nach fast 50 Jahren ein anderes Pflaster, moderne Möbel und Lampen. Im kommenden Jahr soll dann die Burgstraße saniert werden, also der westliche Teil der Fußgängerzone. Welcher Bauzeitenplan dort gilt, wollte die Verwaltung am Mittwoch noch nicht verraten. Nur eines war klar: „Wir werden am hinteren Ende beginnen“, sagte Tanja Ahrens vom Tiefbauamt der Stadt. Das heißt auf Höhe des Hohen Walls. In den vergangenen Wochen sind in der Burgstraße bereits schmale Flächen direkt an der Hausfront ausgekoffert und anschließend mit Flüssigboden verfüllt worden. Sie dienen der Stabilisierung der Gebäude während der Sanierung, sagte Bernd Ewerth.
Am Ende des Pressegesprächs wanderte der Blick des Tiefbauamtsleiters zu den roten Teppichen, die entlang der Geschäfte verlegt worden sind. Das habe sich sehr bewährt, sagte der 32-Jährige. Sie sollten deutlich machen, dass die Fußgängerzone trotz der Bauarbeiten begehbar bleibt. Außerdem wirkt der Belag wie ein Schmutzfänger. Mittlerweile ist er allerdings laut Bauleiter Hans-Jürgen Heyen sehr festgetreten. Er hat also bald ausgedient.
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