Gute Nachrichten  Sanierung der Emder Fußgängerzone ist im Zeit- und Finanzplan

| | 28.10.2022 11:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Derzeit wird ringsum die Platane gepflastert. Hier soll später auch eine runde Holzbank zum Verweilen einladen. Fotos: Hanssen
Derzeit wird ringsum die Platane gepflastert. Hier soll später auch eine runde Holzbank zum Verweilen einladen. Fotos: Hanssen
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Die Einkaufsstraße Zwischen Beiden Sielen wird seit April saniert. Das kostet die Einzelhändler rundherum so einige Nerven. Die Stadtverwaltung aber ist optimistisch, was die Fertigstellung angeht.

Emden - Für alle, die jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen durch die Fußgängerzone Zwischen Beiden Sielen laufen, ist es immer wieder spannend: Wo ist der Bauzaun heute? Wo wird der meiste Krach gemacht? Ist es ein Schlamm- oder ein Staubtag auf der ungepflasterten Straße? Im April ist die Sanierung der Einkaufsstraße gestartet - und ist jetzt in der Halbzeit. Voraussichtlich im kommenden Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. „Aktuell befinden sich die Arbeiten zeitlich und finanziell im Rahmen“, erklärt Sprecher Eduard Dinkela.

Die Baustelle wandert stetig: Sind die Arbeiten rund um das Baum-Rondell abgeschlossen, geht es an die Fußgängerzone Richtung Neutorstraße.
Die Baustelle wandert stetig: Sind die Arbeiten rund um das Baum-Rondell abgeschlossen, geht es an die Fußgängerzone Richtung Neutorstraße.

Die Einzelhändler und Gastronomen vor Ort können die Fertigstellung wohl ebenso wenig erwarten wie die Passanten. „Wir haben schon weniger Gäste dadurch“, sagt ein Mitarbeiter vom Eiscafé Valentino, das sich direkt neben der Baustelle befindet. Durch den Lärm und aufwirbelnden Staub würden einige Gäste wieder aufstehen und sich lieber Richtung Neuer Markt niederlassen. Teilweise sei es sogar zu gefährlichen Situationen gekommen, berichtet er. Denn: Der Bauzaun war teilweise so aufgestellt, dass nur schmale Wege an den Häusern entlang frei waren, auf denen Radfahrer eigentlich absteigen sollen. Der Weg führt meist direkt an der Eisdiele vorbei. Und: „Radfahrer steigen teilweise nicht ab.“ Für die Kellnerinnen und Kellner wie für Gäste unangenehm.

Es muss schlimm werden, bevor es gut wird

Auch bei Juwelier Kalvelage zählt man die Tage, bis die Sanierung abgeschlossen ist. Astrid Kalvelage stört sich insbesondere an dem Lärm und Schmutz. „Wir werden wohl beantragen, dass der Laden grundgereinigt wird“, sagt sie. Und: Wenn der Bauzaun mal wieder ungünstig steht, hat das starke Auswirkungen auf die Kundenanzahl. Beim letzten verkaufsoffenen Sonntag hätten sie kaum Kundschaft gehabt, weil offenbar niemand dachte, dass geöffnet sei. „Wir wollten uns schon mit einem Infostand nach draußen stellen. Eine große Katastrophe“, sagt Astrid Kalvelage frustriert. Sie freut sich auf Normalität, auf den Glühweinstand am Baum-Rondell vor ihrem Laden in der Winterzeit.

Es muss erst schlimm werden, bevor es schön wird, steht auf Plattdeutsch auf dem Banner über der Fußgängerzone.
Es muss erst schlimm werden, bevor es schön wird, steht auf Plattdeutsch auf dem Banner über der Fußgängerzone.

Im Moment würden hauptsächlich Steine geflext und der Rüttler eingesetzt, sagt ein Mitarbeiter der Buchhandlung „Lesezeichen“. Und das ist richtig laut. „Die Tür können wir nicht lange auf halten.“ Im Sommer sei es außerdem oft „wahnsinnig staubig“, an regnerischen Tagen entsprechend richtig schlammig. „Es muss halt gemacht werden“, sagt Astrid Kalvelage. Und sie sieht es ein wenig so, wie es auf Plattdeutsch auf dem Banner, die über der Flaniermeile hängt, steht: „Dat mutt eerst mall worden, ehrdat dat mooi word“. Es muss erst einmal schlimm werden, bevor es schön wird, also.

Straße soll wie der Neue Markt gestaltet werden

Tatsächlich scheinen Anwohner wie Einzelhändler mit Geduld auf die Sanierung zu reagieren. Laut Stadtsprecher Dinkela habe es bislang zumindest kaum Beschwerden wegen der Lärm- und Schmutzbelästigung gegeben. „Es gab im Mai 2022 einen Optimierungshinweis, den wir berücksichtigen konnten. Uns liegen aber zur Zeit keine Beschwerden vor“, schreibt er.

Aktuell sind die Arbeiter damit beschäftigt, die Pflasterarbeiten rund um die Platane zu erledigen. Das habe laut Dinkela derzeit höchste Priorität. Danach gehe es an die „weiteren Arbeiten in Richtung Neutorstraße“. In einer Länge von gut 120 Metern war gleich zu Beginn die Straße aufgerissen worden, um die Versorgungsleitungen für Gas, Wasser, Strom sowie für das Glasfasernetz komplett zu erneuern. Begonnen wurde etwa in Höhe der Löwen-Apotheke. Von dort arbeiteten sich die Tiefbauer Stück für Stück in Richtung Neutorstraße vor. Der Bauzaun wurde jeweils gekürzt, sobald ein Abschnitt fertig war.

Nach einer Sommerpause gingen die Arbeiten im August wieder weiter. Seitdem wird die Straße so gestaltet, dass sie dem Aussehen des Neuen Marktes und der angrenzenden Bereiche ähnelt. Die Straße wird mit den gleichen rot-bunten Klinkern gepflastert. Es sollen die gleichen Lichtmasten und Sitzbänke wie dort aufgestellt werden. Und auch besondere Lichtinstallationen mit Projektionen auf das Straßenpflaster, wie es sie unter anderem auch auf der Straße Zwischen beiden Märkten schon gibt, sind geplant. Das Baum-Rondell soll einen neuen Sockel aus anthrazitfarbenem Stahl und einer runden Holzbank erhalten.

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