Ganderkesee So haben Anwohner die Geldautomaten-Sprengung in Ganderkesee erlebt
Eine heftige Explosion in der LzO-Filiale in Ganderkesee hat in der Nacht zu Freitag für Aufsehen gesorgt. Anwohner berichten von Ängsten. Hier sehen Sie die Flucht im Video.
„Es war so laut und schon ein wenig beängstigend“, sagt Julia, die im Obergeschoss über der Filiale der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) am Grünen Weg wohnt. Das, was sich am Freitagmorgen um 4.13 Uhr in und vor der LzO-Filiale abgespielt hat, war filmreif. Es sind Szenen wie in einem Action-Thriller. Laute Alarmsignale, drei Täter und ein Fluchtwagen. So sah das auch ein Anwohner, der seinen vollständigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er hielt nach der Sprengung des Geldautomaten mit der Smartphone-Kamera drauf.
Im Video: Anwohner filmt Panzerknacker nach Automatensprengung in Ganderkesee
Der 52-Jährige wurde um kurz nach vier Uhr wach, nachdem zwei dumpfe Knalle den Ortskern erschüttert hatten. Er wohnt gegenüber der Bankfiliale und sah, was sich in der Bank nach der Explosion abspielte. Er zückte sein Smartphone, als drei Täter dabei waren, ihre Beute einzusammeln. Plötzlich waren von Weitem die Polizeisirenen zu hören. Der Fahrer des Fluchtfahrzeugs hupte mehrfach, um den Bankräubern zu signalisieren, dass es höchste Zeit ist, den Tatort zu verlassen.
Nach und nach kamen die Täter aus der Bank. Die Polizei näherte sich, blieb aber auf Abstand. Währenddessen stieg auch der letzte Täter in den Wagen, bei dem es sich laut Mitteilung der Polizei um einen SUV des Herstellers Alfa Romeo handeln soll. Direkt danach gab der Fahrer des Fluchtwagens Gas und fuhr mit aufheulendem Motor davon. „Das war ein Rennwagen, so wie der abgezogen ist“, meint Anwohner Witte. Daraufhin nahm die Polizei die Verfolgung auf. Dabei kam auch ein Hubschrauber zum Einsatz. Der Anwohner hat das Video nach eigenen Angaben noch direkt vor Ort der Polizei gesendet.
Ein paar Stunden nach der Bankautomatensperrung berichtet der 52-Jährige, dass er die Situation aufgrund der Entfernung nicht als Bedrohung wahrgenommen habe. „Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen“, sagt er. Mit diesem Wissen sagt er: „Die persönliche Betroffenheit ist nicht so groß. In Ganderkesee passieren sonst nie irgendwelche schrägen Geschichten.“
Noch näher dran am Geschehen war Julia. Auch sie möchte ihren vollständigen Namen nicht in der Zeitung lesen. Die junge Frau lebt mit ihrem Freund gemeinsam in einer Wohnung direkt über der Bankfiliale und berichtet ebenfalls, dass sie nach zwei „lauten Knallen“ wach geworden sei. Sofort habe sie die Polizei alarmiert und sich auf die Dachterrasse begeben. „Ich wusste sofort, dass es in der Bank sein muss. Im ersten Moment hofft man, dass das Gebäude nicht kaputt ist und wir nicht obdachlos werden.“ Diese Sorge wurde ihr nach der anschließenden Evakuierung schnell genommen. Glück im Unglück für alle Beteiligten: keine Verletzten und „nur“ ein Fall für die Versicherung.
Ein weiterer Anwohner hofft, dass sich so was nie wieder wiederholen werde. „Man kennt das nur aus dem Fernsehen und plötzlich passiert das in einer kleinen Gemeinde. Das macht einem schon Angst. Die Verbrecher werden immer skrupelloser“, sagte der 63-Jährige.