Union im Umfrage-Tief Warum die Union trotz Ampel-Flaute nicht punktet
Der Frieden zwischen CDU und CSU könnte von kurzer Dauer sein. Mit den bundesweiten Umfrageergebnissen können Friedrich Merz und Markus Söder sich nicht zufrieden geben.
Nach der Wahl von Friedrich Merz zum neuen CDU-Parteivorsitzenden schienen fürs erste die Verhältnisse geklärt: CSU-Chef Markus Söder, im vergangenen Jahr mit dem Versuch einer Kanzlerkandidatur gescheitert und für viele mitschuldig am schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl, erschien plötzlich als der politisch eindeutig Kleinere von beiden. Bis zur Landtagswahl in Bayern in einem Jahr dürfte die neue Geschlossenheit halten. Erstmal muss Söder selbst seine Wahl in Bayern gewinnen.
Doch mit den Umfrageergebnissen der Union im Bund können beide kaum zufrieden sein. Trotz der verbreiteten Unzufriedenheit mit der Ampel-Koalition liegt sie in Umfragen nur knapp über dem schlechten Ergebnis der Bundestagswahl. Ein Merz-Turbo ist bisher ausgeblieben. Der neue Parteichef hat bisher nicht das Versprochene geliefert. Weder schwindet die AfD dahin, noch schwebt die Union über den avisierten 30 Prozent.
Neue Ideen, neue Köpfe und die klar formulierte Alternative zur Ampel-Politik in der Krise sind nicht erkennbar. Merz’ Programm heißt bisher vor allem: Merz. Das Programm von Markus Söder heißt zwar auch Söder. Doch ist er dabei der Volkstribun, der Merz vielleicht nie werden kann. Gelingt Söder ein starkes Ergebnis bei der Bayern-Wahl, wird es spätestens vorbei sein mit der Demut gegenüber der großen Schwester.