Osnabrück Rapper T-Low erhebt Vorwürfe gegen Publikum in Osnabrück – aber stimmt seine Story?
„Scheiß Crowd“ und „versnobbte 16-Jährige“? Der Tweet eines T-Low-Fans, in dem das Publikum des Rappers bei einem Auftritt in Osnabrück heftig kritisiert wird, geht aktuell viral. Der Musiker bestätigt diesen Eindruck in den Sozialen Medien. Aber wie viel Wahrheit steckt in dieser Version der Geschichte? Wir haben nachgefragt.
In diesem Artikel erfährst Du:
Hat Erfolgsrapper T-Low in Osnabrück seinen nächsten Eklat-Auftritt hingelegt? Mit mehr als drei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify gehört er aktuell zu den meistgehörten Rappern in Deutschland, stürmte mit „Sehnsucht“ und „We made it“ an die Spitze der deutschen Single-Charts und kassiert inzwischen laut eigener Aussage Gagen um die 20.000 Euro für Shows. Mit gerade mal 21 Jahren hat der Musiker aus Itzehoe den Durchbruch geschafft.
Nun soll T-Low bei einem Konzert im Osnabrücker Club Alando am Donnerstagabend mit Kleingeld und Popcorn beworfen worden sein. Die Portale watson.de und raptastisch stützen sich auf den Tweet eines weiblichen T-Low -Fans.
Die angeblichen Popcorn und Kleingeld-Würfe und die Respektlosigkeit der Besucher sind nicht der einzige Kritikpunkt des T-Low-Fans an der Alando-Party. Im weiteren Verlauf des Threads beschwert sie sich mehrfach darüber, dass zu viele Leute den Auftritt des Rappers lieber mit ihrem Smartphone filmten, anstatt „zur Musik abzugehen“ und über das jugendliche Alter des Publikums:
Nun schaltet sich auch T-Low selbst in die entstehende Diskussion ein: Eine weitere Twitter-Nutzerin bemerkt, so ein Verhalten sei auf T-Low-Konzerten „leider normal“. Der Rapper hat da eine ganz andere Position:
Aber hat sich das Publikum wirklich respektlos gegenüber dem Rapper gezeigt? Veranstalter Frederik Heede hat den Abend etwas anders in Erinnerung. Der Alando-Chef habe den gesamten Auftritt von T-Low von der Empore verfolgt. Aus seiner Sicht sei die Stimmung an dem Abend toll gewesen. Teile des Auftritts am Donnerstagabend hat auch Heede gefilmt. Auf den Videos zu sehen: ausgelassen tanzende, junge Menschen, die sich vor der Bühne drängen.
Popcorn- und Kleingeld-Würfe zeigen zumindest diese Aufnahmen nicht. Dass solche Vorfälle gehäuft auftraten, schließt Heede zudem aus: „Wir haben ja auch Security bei uns, die die Künstler beschützen. Das würden die gar nicht zulassen.“ Dass auch einzelne Störer im proppevollen Alando waren, bestreitet der Veranstalter jedoch nicht. „Da waren vielleicht zwei, drei Leute, die sich daneben benommen haben.“
Nachdem einen Tag nach der Party die Vorwürfe auf Twitter aufkamen, habe er sogar persönlich die Bühne abgesucht: „Ich habe ein Zwei-Cent- und ein Fünf-Cent-Stück gefunden“, schildert er. Den Eindruck, dass sich das gesamte Publikum daneben benommen habe, wie der Tweet vermittelt, kann er nicht nachvollziehen. „Ich habe nach dem Auftritt sogar gefragt, ob alle zufrieden sind. Da hat niemand etwas gesagt, auch der Manager nicht. Alle haben sich bedankt“, so Heede.
Auch der Vorwurf, dass das Publikum am Donnerstag fast nur aus Minderjährigen bestanden habe, kann Heede nicht verstehen. Denn: Tatsächlich war die Party extra für Schüler gedacht und als solche sogar an Schulen in Osnabrück und in den Sozialen Netzwerken beworben worden. Die „School Partys“ veranstaltet das Alando laut Heede vier- bis fünfmal im Jahr. „Wir haben T-Low als Künstler überhaupt erst gebucht, weil er bei Leuten in diesem Alter so gut ankommt.“
Es ist aber nicht das erste Mal, dass der junge Rapper in der Öffentlichkeit für Aufsehen sorgt. Viel Spott musste er beispielsweise für seinen Auftritt beim diesjährigen Splash-Festival einstecken.
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, spielte er seine Show im Vollplayback und machte teilweise nicht einmal Anstalten, das Mikro auch nur in die Nähe seines Mundes zu halten. Das brachte ihm viele hämische Kommentare in den Sozialen Medien unter anderem von Rap-Größen wie Manuellsen und Farid Bang ein.