Pläne werden konkreter  Neuer Vorstoß für eine Brücke über den Emder Ratsdelft

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 04.11.2022 19:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Viele können sich noch daran erinnern: Mit dem schwimmenden Weihnachtsmarkt auf einem Ponton im Ratsdelft machte Emden in den Jahren von 2001 bis 2009 bundesweit Schlagzeilen. Foto: Claus/Archiv
Viele können sich noch daran erinnern: Mit dem schwimmenden Weihnachtsmarkt auf einem Ponton im Ratsdelft machte Emden in den Jahren von 2001 bis 2009 bundesweit Schlagzeilen. Foto: Claus/Archiv
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Die Museumsschiffer, die Weihnachtsmarkt-Organisatoren und die Stadt wollen 2023 eine Fußgänger-Verbindung schaffen. Sie gehen schon einen Schritt weiter.

Emden - Der Ratsdelft soll in Zukunft wieder stärker in das vorweihnachtliche Geschehen in der Emder Innenstadt einbezogen worden. Die Betreiber der Museumsschiffe, die Veranstalter des Engelke-Marktes und die Stadt wollen in den kommenden Jahren vorerst jeweils zur Adventszeit eine schwimmende Fußgängerverbindung über den Delft zwischen Hafentor und Schreyers Hoek schaffen. Das teilte der Arbeitskreis der Emder Museumsschiffe am Freitag nach einem Treffen der Beteiligten mit. Damit soll ein Rundgang um den Delft ermöglicht und das maritime Flair des weihnachtlichen Emdens betont werden.

Was und warum

Darum geht es: ein neuer Plan für das weihnachtliche Emden und den Ratsdelft

Vor allem interessant für: alle, die gerne Weihnachtmärkte besuchen, und diejenigen, die sich für die Entwicklung von Innenstädten interessieren

Deshalb berichten wir: In Emden gibt es einen neuen Vorstoß für eine Fußgängerverbindung über den Ratsdelft. Die Idee ist schon etwas älter.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Ursprünglich war dieser Brückenschlag schon für dieses Jahr angedacht. Doch die Zeit bis zum Beginn des Engelke-Marktes am 21. November ist zu knapp, um dieses komplexe Vorhaben umzusetzen, heißt es in der Mitteilung der Museumsschiffer.

Das Stadtmarketing ist mit im Boot

Befürwortet wird die Idee auch von der städtischen Tochtergesellschaft Wirtschaftsförderung & Stadtmarketing. Eine solche Verbindung biete „die Chance, die Erlebbarkeit des maritimen Charakters unseres Ratsdelft zu erhöhen und liefert zugleich eine wichtige Wegebeziehung“, sagte Martje Merten dieser Zeitung. Sie leitet das Stadtmarketing. Grundsätzlich sei es Ziel, „den Ratsdelft erlebbarer zu machen und die Traditionsschiffe zu unterstützen“.

Merten kündigte an, Anfang des nächsten Jahres gemeinsam mit den Betreibern der Museumsschiffe und den Organisatoren des Weihnachtsmarktes die Möglichkeiten für eine Verbindung zwischen Hafentor und Schreyers Hoek auszuloten. Dazu wolle man weitere Partner mit ins Boot holen. Denn um das Projekt umsetzen zu können, müssten viele offene Fragen geklärt werden. Dazu gehöre neben technischen und nautischen Dingen auch die Finanzierung, sagte Merten.

Auch eine feste Brücke ist im Gespräch

Der Sprecher des Arbeitskreises der Museumsschiffe, Heinz-Günther Buß, ist im Hinblick auf die Umsetzung zuversichtlich. Er hält es für möglich, auch Fördermittel für das Projekt einzuwerben. Die Museumsschiffer gehen aber noch einen Schritt weiter. Langfristig wünschen sie sich nämlich eine feste Brücke zwischen Hafentor und Schreyers Hoek. „Sie wäre auch außerhalb der Weihnachtszeit eine Attraktion und würde den Ratsdelft aufwerten“, schreibt Thomas Fröhling vom Arbeitskreis.

Die Museums- und Traditionsschiffe im Emder Ratsdelft geben dem weihnachtlichen Emden ein maritimes Flair. Foto: J. Doden/Archiv
Die Museums- und Traditionsschiffe im Emder Ratsdelft geben dem weihnachtlichen Emden ein maritimes Flair. Foto: J. Doden/Archiv

Dazu wollen die Beteiligten im nächsten Jahr ebenfalls weitere Gespräche führen und Möglichkeiten der Finanzierung prüfen. Auch Martje Merten spricht bereits von einer festen Brücke. Dafür müsste ihren Angaben zufolge auch geklärt werden, wie der Schiffs- und Bootsverkehr diese Verbindung passieren könnte.

Die AG Ems äußert sich eher skeptisch

Das ist auch der Reederei AG Ems wichtig, die den Ratsdelft und den Alten Binnenhafen bewirtschaftet. Das Unternehmen sieht es laut seiner Sprecherin Corina Habben als „unbedingt notwendig“ an, die Liegeplätze für die Schiffe zu erhalten und die Schiffe im Zweifel auch verlegen zu können. Zudem gebe es noch Potenzial, das Thema Flusskreuzfahrten auszubauen. Auch für solche Schiffe seien der Delft und der Alte Binnenhafen zentrale Anlegestellen.

Eine Brücke könnte zwar eine zusätzliche Attraktion für den Weihnachtsmarkt sein, so Habben, die AG Ems hält es in diesem Fall aber für „unbedingt notwendig“ eine bewegliche Lösung zu erarbeiten, um den Schiffsverkehr nicht einzuschränken. Die Unternehmenssprecherin äußerte grundsätzlich Zweifel daran, „ob in Zeiten wie diesen ein solches Investment den richtigen Impuls gibt“ und ob der Brückenschlag in diesem Fall sinnvoll ist. Denn der Fußweg vom Hafentor in Richtung Delfttreppe und dann zum Schreyers Hoek sei „nicht wirklich weit“.

Im Jahr 2010 gab es bereits erste Pläne

Die Idee für eine bewegliche Verbindung zwischen Hafentor und Schreyers Hoek ist schon etwa zwölf Jahre alt. Sie stammt ursprünglich von Wilhelm Eilers. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Schaufenster Emden hatte 2010 nach dem Aus für den schwimmenden Emder Weihnachtsmarkt ein Konzept dafür vorgelegt, dass damals ein Berliner Architektenbüro entwickelt hatte.

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„Ich habe die Idee nie ganz aufgegeben“, sagte Eilers dieser Zeitung. Er begrüße deshalb den neuen gemeinsamen Vorstoß. Eine solche Verbindung eröffne auch weitere Perspektiven für die Zukunft und den Fall, dass die Straße Am Delft für den Autoverkehr gesperrt ist. Aus Sicht von Eilers wäre für eine zeitlich befristete Verbindung über den Ratsdelft eine Modullösung mit Schwimmkörpern aus Kunststoff geeignet. Es gebe Verleiher solcher vom TÜV abgenommenen Anlagen.