Zukunftsatlas  Leer steigt im Ranking auf, aber für Emden geht es bergab

Joachim Braun
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Von Joachim Braun
| 06.11.2022 17:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Kreis Leer hat in Ostfriesland das beste Ergebnis. Archivfoto: Dittrich/DPA
Der Kreis Leer hat in Ostfriesland das beste Ergebnis. Archivfoto: Dittrich/DPA
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Alle drei Jahre erstellen die Berater von Prognos ihren „Zukunftsatlas“ für alle 401 Kreise und kreisfreien Städte. So schneidet Ostfriesland ab.

Ostfriesland - Ostfriesland zählte einmal zu den struktur- und einkommensschwächsten Regionen in Deutschland. Das ist längst nicht mehr so, aber noch immer gibt es grundlegende Defizite – gerade auch im Vergleich zu anderen Regionen. Das Beratungsunternehmen Prognos erstellt alle drei Jahre einen „Zukunftsatlas“, in dem die Chancen und Risiken aller 401 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands bewertet werden. Grundlage ist eine aufwändige Datenerhebung in den Bereichen Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb und Innovation, Wohlstand und soziale Lage. Der Prognos-Zukunftsatlas gilt auch in Fachkreisen als seriöse Studie.

Das beste Ergebnis in Ostfriesland erzielte in diesem Herbst der Landkreis Leer. Rang 209 ist zwar immer noch unter dem Durchschnitt, bedeutet aber immerhin eine Verbesserung um 50 Plätze im Vergleich zur letzten Erhebung 2019. Besonders gut ist die Bewertung in den Bereichen Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Dynamik (Rang 88 und 91), aber auch der Arbeitsmarkt (164) schneidet ganz ordentlich ab.

Größter Abschwung in Emden

Den größten Abschwung erlitt die Stadt Emden: Rang 349 bedeutet gegenüber 2019 ein Abrutschen um 74 Plätze. Besonders schlecht bewertet werden aktuell der Wohlstand und die soziale Lage sowie die Dynamik (Platz 362 und 360), aber auch der Arbeitsmarkt (Platz 348). Schlechter platziert sind überwiegend ostdeutsche Landkreise, Ruhrgebietsstädte, aber auch die Stadt Wilhelmshaven (366).

Der Landkreis Wittmund schneidet relativ gut ab. Mit Rang 292 hat er sich lediglich um sieben Plätze gegenüber 2019 verschlechtert. Dynamik, Arbeitsmarkt und Demografie bekommen relativ die besten Noten (Plätze 163, 176 und 179). Hingegen fehlt es an Innovation (326) und wirtschaftlicher Stärke (308).

„Leichte Risiken“ und „ausgeglichene Chancen“

Auch die Bewertung des Landkreises Aurich hat sich kaum verändert: Platz 343 bedeutet ein Minus von drei Plätzen. Schwächen gibt es bei Innovation und wirtschaftlicher Stärke (350 und 340), nur der Arbeitsmarkt sieht relativ gut aus (223). Leer und Wittmund werden in der Gesamtbewertung von Prognos „ausgeglichene Chancen“ zugeschrieben, Aurich und Emden werden in der sechsten Kategorie eingestuft: „leichte Risiken“.

Ganz oben stehen im Ranking München (Stadt und Landkreis), Erlangen, Ingolstadt, Böblingen, Darmstadt und Stuttgart – vorwiegend also Auto-Standorte. Auf Platz 5 dazwischen geschoben hat sich mit Wolfsburg eine niedersächsische Stadt.

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