Sanierung der B 70 bei Großwolde  Verkehrsführung sorgt für reichlich Diskussionen

Carsten Ammermann
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Von Carsten Ammermann
| 07.11.2022 16:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Von Papenburg aus kommend kann die Bundesstraße 70, die aktuell saniert wird, befahren werden. Die Verkehrsführung ist einspurig als Einbahnstraßenregelung. Foto: David Ammermann
Von Papenburg aus kommend kann die Bundesstraße 70, die aktuell saniert wird, befahren werden. Die Verkehrsführung ist einspurig als Einbahnstraßenregelung. Foto: David Ammermann
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Aktuell wird die Bundesstraße 70 bei Großwolde saniert. Nach der Vollsperrung gibt es jetzt eine Einbahnstraßenregelung. Viele Verkehrsteilnehmer kritisieren die Verkehrsführung.

Großwolde/Völlenerfehn/Papenburg - Seit dem 11. Oktober wird die Bundesstraße 70 zwischen Großwolde und Völlenerfehn grundlegend saniert. Bislang fanden die Arbeiten unter Vollsperrung statt. Seit dem Wochenende besteht eine neue Verkehrsführung - mit einer Einbahnstraßenregelung. Diese Verkehrsregelung sorgt für reichlich Diskussionen in den sozialen Netzwerken, auch unter dem Facebook-Beitrag dieser Zeitung. Die Rede ist da unter anderem von Geisterfahrern und von einer unübersichtlichen Verkehrsführung. Es gab auch schon einen Unfall mit fünf verletzten Personen. Wir haben uns die Situation mal genauer angeschaut.

In Großwolde weisen Verkehrsschilder auf die Sperrung der Straße und auf die Umleitungsstrecke hin. Foto: Ammermann
In Großwolde weisen Verkehrsschilder auf die Sperrung der Straße und auf die Umleitungsstrecke hin. Foto: Ammermann

Wie sieht die Verkehrsführung aus?

Aus Richtung Leer kommend weisen mehrere Verkehrsschilder darauf hin, dass die Bundesstraße 70 noch bis zum 30. November voll gesperrt ist. Es folgt auch der Hinweis, dass Verkehrsteilnehmer der Umleitungsstrecke U 6 folgen müssen. Auch das Straßenschild, das darauf hinweist, dass es geradeaus nach Papenburg geht, ist mit einem roten Kreuz versehen - heißt, dass die Strecke gesperrt ist.

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Kurz vor der Grünen Straße ist außerdem die Geradeausspur mit Baken gesperrt worden, Autofahrer können nur auf die Linksabbiegespur und folgen somit der Umleitungsstrecke. Und direkt hinter der Verkehrsinsel steht noch eine Absperrbake mit einem Schild, das darauf hinweist, dass die Durchfahrt verboten ist. Anlieger können aber bis zur Baustelle fahren.

Kein Schild beim Kreisel

Der Verkehrsteilnehmer wird über die Grüne Straße geführt. Beim Kreisel in Großwolderfeld bestand allerdings Nachbesserungsbedarf: Dort stand am Sonnabend noch kein Schild, das darauf hinweist, dass man die erste Ausfahrt im Kreisel nehmen und auf der Papenburger Straße über Flachsmeer nach Völlenerkönigsfehn und weiter nach Papenburg fahren müsste. Das Schild stand am Montagnachmittag dann allerdings beim Kreisel. Kurz vor dem Ortseingang von Flachsmeer weist ein gelbes Schild mit der Aufschrift U 6 auf den weiteren Weg hin. Zwei Schilder mit dem Hinweis U 6 stehen noch beim Raiffeisenmarkt in Flachsmeer sowie vor der Fehntjer Straße in Völlenerkönigsfehn. An der Umgehungsstraße Overledinger Straße in Papenburg befindet sich ein Verkehrsschild mit dem Hinweis, dass die Verkehrsteilnehmer rechts abbiegen sollen, um wieder zur B 70 zu gelangen. Von Papenburg aus können Verkehrsteilnehmer die Bundesstraße 70 nutzen - es gilt die Einbahnstraßenregelung.

Die Situation am Sonnabend von der Pastor-Kersten-Straße aus kommend. Kurz vor der Bundesstraße ist die Straße gesperrt, die Durchfahrt ist verboten. Die linke Spur war offen, einige Verkehrsteilnehmer sind dort lang und dann auf die B 70. Foto: David Ammermann
Die Situation am Sonnabend von der Pastor-Kersten-Straße aus kommend. Kurz vor der Bundesstraße ist die Straße gesperrt, die Durchfahrt ist verboten. Die linke Spur war offen, einige Verkehrsteilnehmer sind dort lang und dann auf die B 70. Foto: David Ammermann

Beim Abfahren der Umleitungsstrecke zeigte sich am Sonnabend, dass gerade die Einmündungen Hauptstraße (K 56), Pastor-Kersten-Straße und Königstraße (K60) problematisch waren. Hier waren zwei Autofahrer ein kurzes Stück als Falschfahrer unterwegs. Die Fahrzeugführer bemerkten ihren Fehler schnell und drehten um. Auf der Einbahnstrecke auf der B 70 von Papenburg bis nach Großwolde gilt Tempo 30.

Polizei schaut sich Baustelle an

Ein Mitarbeiter der zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich teilte am Montag auf Anfrage mit, das man sich die Verkehrssituation noch einmal genau anschauen werde. Er machte deutlich, dass die neue Verkehrsführung mit der Einbahnstraßenregelung eigentlich erst ab diesem Montag hätte gelten sollen. Die Regelung wurde aber bereits am späten Freitagnachmittag eingerichtet und dann auch freigegeben. „Am heutigen Montag sind extra zwei Sicherungskräfte eingesetzt worden, die den Verkehr zusätzlich leiten sollen“, sagte der Behördenmitarbeiter.

Auch die Polizei teilte mit, dass am Montag die Verkehrsführung kontrolliert worden ist. Wo Bedarf besteht, soll nachgebessert werden, heißt es. „Wir werden weiterhin ein Auge auf die Verkehrsführung werfen. Da, wo Probleme auftreten sollten, werden wir eine Lösung finden“, sagte die Polizeisprecherin.

Am Sonnabendnachmittag musste die Polizei zur Bundesstraße 70 ausrücken. Dort hatte es auf der neuen Einbahnstraßenstrecke in Völlenerfehn einen Unfall mit fünf verletzten Personen gegeben. Ein Auto musste verkehrsbedingt anhalten. Ein anderer Autofahrer hatte die Situation zu spät bemerkt und war aufgefahren.

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