Früh unterstützen Kinder mit besonderen Bedarf bekommen jetzt schneller Förderung
In Emden soll ab dem 1. Januar eine neue Regelung zur frühen Förderung von Vorschulkindern gelten. Diese kommt überraschend unbürokratisch daher. Das müssen Eltern wissen.
Emden - Bis zu 55 Kinder nehmen in Emden eine Frühförderung in Anspruch. Damit ist eine spielerische Unterstützung für die Gesamtentwicklung von Mädchen und Jungen zwischen null und sechs Jahren gemeint, wenn diese besondere Bedarfe zeigen. Durch eine neue Vereinbarung zwischen der Stadt Emden und der Frühförderstelle sollen jetzt mögliche Wartezeiten bei dem Hilfsangebot vermieden werden. Die Vereinbarung hat der Gesundheitsausschuss des Emder Rates einstimmig beschlossen. Ab dem 1. Januar soll sie gelten, wenn Verwaltungsausschuss und Rat dem auch zustimmen.
Demnach wird im normalen Fall eine Empfehlung von einem Kinderarzt ausgesprochen, der bei einem Kind Förderbedarf beispielsweise im Rahmen einer regulären Vorsorge-Untersuchung feststellt. Ein entsprechender Eintrag im U-Heft des Kindes reicht schon. Eltern können sich dann direkt mit der Arztbescheinigung an das niedrigschwellige Angebot der Frühförderstelle (Telefon: 0 49 21/2 90 80) wenden. Der Verein hilft ihnen, den Antrag auf Förderung zu stellen. Das ist neu: Noch bevor der Antrag geprüft und bewilligt ist, erteilt der Soziale Dienst der Stadt pauschal eine Kostenzusage. Die heilpädagogische Therapie kann also schnellstmöglich beginnen.
Corona-Pandemie sorgte für Bugwelle
„In den letzten Monaten hatten wir Wartezeiten“, sagte Sabine Hilbers, stellvertretende Leiterin des Fachdienstes Sozialhilfe. Durch die neue Regelung wolle man „schneller reagieren“ und auch „spontan jemanden einstellen“ können, wenn der Bedarf einmal größer sein sollte als es die Mitarbeiter leisten könnten. Falls keine zusätzliche Kraft erhältlich wäre, denn der Arbeitsmarkt ist angespannt, würde die Frühförderstelle in Leer einspringen, so Hilbers.
Auf Nachfrage im Ausschuss, ob durch die Pandemie mehr Kinder auf die Unterstützung der Frühförderstelle angewiesen seien, erklärte Sabine Hilbers, dass sich zwischendurch eine Bugwelle aufgebaut habe. Aber nicht, weil es so viele neue Fälle gegeben hatte, sondern weil sie die vorhandenen Bedarf zeitweise nicht gut hatten abdecken können und Leer hatte aushelfen müssen. Das habe sich aber schon wieder angespannt.
Konkret stehen der Frühförderstellen laut Stadt rund 6000 Arbeitsstunden pro Jahr zur Verfügung. Die Personalkosten belaufen sich auf rund 320.000 Euro, die Sachkosten auf fast 33.000 Euro. Je Frühfördereinheit, die auf 2,75 Stunden festgelegt ist, wird mit einer Vergütung von rund 160 Euro gerechnet. Tarifsteigerungen und Teuerungsraten sollen sich in einer Kalkulation zum 1. Januar 2024 niederschlagen.