Ostfriesenkrimis Möbelhaus Pflüger wird zu Norder Filmstudio
Am Mittwoch starten die Dreharbeiten zum mittlerweile zehnten Ostfriesenkrimi von Klaus-Peter Wolf. Jetzt hat das Team von Schiwago Film endlich eine feste Station für ihre Arbeit gefunden.
Norden - Noch bis vor wenigen Wochen wurden hier Möbel und Küchen verkauft, jetzt zieht Klaus-Peter Wolfs berühmte Kommissarin Ann Kathrin Klaasen hier ein: Das Norder Möbelhaus Pflüger ist ab sofort ein Filmstudio. Am Mittwoch starten die Dreharbeiten für den mittlerweile zehnten Ostfriesenkrimi. Diesmal wird „Ostfriesennacht“ gedreht.
Schon zum zehnten Mal ist das Team von Schiwago Film in Ostfriesland, um einen der Bestseller des Erfolgsautors Klaus-Peter Wolf zu verfilmen. Und doch ist diesmal vieles anders. Zum ersten Mal hat das Filmteam einen festen Standort in Norden. Weil die Blücherkaserne, die das Team bisher genutzt hat, nicht mehr zur Verfügung steht, suchten die Produzenten händeringend nach einer Unterkunft für die Produktion. Seit zwei Jahren stellten sie auch immer wieder bei der Stadt Norden Suchanfragen. Kein geringerer als der Norder Bürgermeister Florian Eiben hatte dann die zündende Idee. Dank seiner Vermittlung stellte die Familie Pflüger ihr ehemaliges Möbelhaus an der Norder Gewerbestraße zur Verfügung.
Nutzung keine einmalige Sache
Und das ist laut Producer Simon Grohe keine einmalige Sache. Die Zusage für die Nutzung der Räume gilt mindestens für die nächsten drei Krimiverfilmungen. Ein echter Glücksgriff für die Produktion und ein großer Grund zur Freude, wie Simon Gröhe am Dienstag sagte. „Die Bedingungen sind ideal, wir haben Platz, die Kamera hat Platz, das Produktionsbüro ist mit im Haus, wir sind so glücklich“, sagte Grohe.
Darum geht es in Ostfriesennacht
Ein Mörder geht um in Ostfriesland. Einer, der Frauen in Ferienwohnungen tötet. Genau dort, wo sie sich am sichersten fühlen. Die scheinbar einzige Gemeinsamkeit der Opfer ist ihr fehlendes Tattoo. Hebt der Mörder dieses als Trophäe auf oder hat er ganz andere Dinge damit gemacht? In diesem Fall jagt Ann Kathrin Klaasen nicht nur einen psychopathischen Mörder, sondern sie versucht auch, ihren Mann Frank Weller vor einem Desaster zu bewahren. Wellers Instinkt schlägt Alarm. Er findet Hinweise, dass der Geliebte seiner Tochter der gesuchte Serienkiller ist. Auch wenn Jule ihn für paranoid erklärt, und auch Ann sich skeptisch zeigt, ist er felsenfest davon überzeugt, seine Tochter den Fängen eines Serienkillers entreißen zu müssen. Dafür riskiert er alles. Und zu allem Überfluss mischt sich auch noch das BKA ein.
Schon jetzt erinnert im ersten Stock nur noch wenig an die vorherige Nutzung. Da wo einst Küchen und Co verkauft wurden, sind die Büros der Kommissare entstanden. In wenigen Tagen werden Ann Katrin Klaasen, gespielt von Picco von Groote, Frank Weller, gespielt von Christian Erdmann und Rupert, gespielt von Barnaby Metschurat, dort ihre Szenen drehen. Neben dem festen Ensemble mit Picco von Groote, Barnaby Metschurat, Christian Erdmann, Kai Maertens und Marie Schöneburg konnte Schiwago Film für „Ostfriesennacht“ ein schauspielerisches Schwergewicht gewinnen: Matthias Koeberlin wird mit der Figur des Maximilian Fenrich die Episodenhauptrolle übernehmen.
Viele Außendrehtermine in Ostfriesland
Gedreht wird aber nicht nur in den neu entstandenen Kulissen im Möbelhaus – wie immer ist die Produktion auch vor Ort unterwegs und sichtbar. Am Mittwoch geht es los mit einem Außendreh im Fitnessstudio am Norder Tor. Außerdem wird am Naturstrand von Hilgenriedersiel gedreht, an drei Tagen wird die Produktion in Emden zu Gast sein und dort unter anderem an der Hochschule und im Restaurant Hafenhaus drehen. Auch der Flughafen Norddeich und ein Versicherungsbüro am Norder Marktplatz werden Drehorte sein. Für die Außenansicht der Polizeistation dient wie immer das Auricher Rathaus. Gedreht wird bis zum 8. Dezember. Schon im Frühjahr geht es dann weiter mit dem Dreh der nächsten beiden Ostfriesenkrimis „Ostfriesenschwur“ und „Ostfriesenfluch“.
Die Krimidrehs sind nicht nur für Touristen interessant, mittlerweile sind sie auch zu einem echten Wirtschaftsfaktor für die Stadt Norden geworden: Pro Film zählt Schiwago Film allein für das 48-köpfige Team 1750 Übernachtungen. Und da sind die Schauspieler noch nicht mit eingerechnet. Bis zum Drehschluss der drei Folgen Ende April kommen so laut Simon Grohe etwa 6000 Übernachtungen zusammen. Auch ansässige Firmen werden immer mehr in die Produktion mit einbezogen. So stammen etwa die Handwerker, die das Möbelhaus zur Kulisse umgebaut haben aus Ostfriesland. Die Hygienebeauftragte der Produktion, die unter anderem für die Corona-Tests zuständig ist, stammt aus Norden und arbeitet sonst in einer Teststation auf Norderney.
Und noch etwas ist der Produktionsfirma wichtig: Sie versuchen, in ihrer Produktion immer umweltfreundlicher zu werden. So verzichtet Schiwago Film zum ersten Mal auf einen Dieselgenerator, um Strom zu erzeugen. Die beheizten Zelte als Aufenthaltsort für die Schauspieler und Komparsen wurden abgeschafft.