Berlin  Start, Macher, Geheimnisse: Was Sie über „1899“ wissen müssen

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 08.11.2022 19:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
„1899“ am 17. November neu auf Netflix: Andreas Pietschmann (Mitte) als Kapitän Eyk Larsen. Foto: Netflix
„1899“ am 17. November neu auf Netflix: Andreas Pietschmann (Mitte) als Kapitän Eyk Larsen. Foto: Netflix
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Fünf Jahre nach „Dark“ zeigt Netflix mit „1899“ die neue Serie von Baran bo Odar und Jantje Friese. Am 17. November sind die acht Folgen im Netz. Wie viel Mystery steckt im neuen Format?

Vor fünf Jahren realisierten Baran bo Odar und Jantje Friese die erste deutsche „Netflix“-Serie: Aus dem Setting der deutschen 80er entfaltete „Dark“ einen komplexen Zeitreise-Kosmos – und wurde zum internationalen Erfolg. Die Mystery-Serie kam so gut an, dass US-Medien ihren Lesern eigens erklären mussten, wie man bei Netflix die Untertitel einstellt.

Das Format bekam zwei weitere Staffeln; und noch bevor die erste anlief, vermeldete der Streamingdienst das Folgeprojekt von Friese und bo Odar, die auch privat ein Paar sind. Mit der achtteiligen Serie „1899“ liegt es nun vor. Die Liebe zum Geheimnisvollen bedient auch das neue Format; Ausgangspunkt der Handlung ist nun ein Auswandererschiff, auf dem zur vorletzten Jahrhundertwende eine Gesellschaft zweifelhafter Existenzen nach Amerika aufbricht – auf dem Weg dorthin aber in einen Strudel dunkler Geheimnisse gerät.

„Alles ist ein Hinweis“: Die „1899“-Macher erklären das Geheimnis ihrer Geheimnisse

Den Zeitpunkt der Handlung verrät schon der Titel der Serie. Schauort ist der Dampfer Kerberos. Geführt von Kapitän Eyk Larsen (Andreas Pietschmann, der schon in „Dark“ mitspielte) fährt eine Truppe unterschiedlichster Charaktere über den Ozean. In der ersten Klasse gehören dazu ein Flitterpaar sowie ein Priester und sein Bruder, eine Bordellchefin, eine Geisha und die Ärztin und Hirnforscherin Maura (Emily Beecham). Sie alle verteidigen einen sozialen Status, den die Passagiere unter Deck sich in Amerika erst noch erarbeiten wollen.

Auf dem Weg von London nach New York empfängt das Auswandererschiff geheimnisvolle Funksignale – Koordinaten. Sie führen zum Schwesterschiff Prometheus, das seit vier Monaten auf hoher See verschollen ist. An Bord des Havaristen lauert ein dunkles Geheimnis.

Netflix-Serie „1899“: Was ist dran am Plagiatsvorwurf?

Aber auch die Menschen auf der Kerberos haben dunkle Abgründe: Der Kapitän hat seine gesamte Familie bei einem Feuer verloren; die Ärztin hat eine psychiatrische Vorgeschichte. Und schon in den ersten der insgesamt acht „1899“-Folgen wird klar: Niemand an Bord ist, was er zu sein vorgibt – die japanische Geisha nicht und auch nicht der Priester.

Unauflösliche Rätsel sind das Erfolgsrezept von Netflix. Wer sich die Inhaltsangaben auf der Streamingplattform ansieht, wird kein Wort häufiger lesen als „mysteriös“ und „geheimnisvoll“. Mit ihrer ersten Serie „Dark“ bedienten die Showrunner Baran bo Odar und Jantje Friese das Genre mustergültig. Und auch „1899“ fordert die Zuschauer jetzt mit immer neuen Andeutungen und undurchdringlichen Symbolen heraus.

Im Gespräch: Jantje Friese und Baran bo Odar erzählen, wie sie zu Netflix kamen

Dazu gehören die Dreiecke und Pyramiden, die immer wieder auf Schmuckstücken oder in der Vertäfelung der Kapitänskabine auftauchen. Oder der prachtvoll glänzenden Käfer, der wie ferngesteuert über die Planken der Kerberos huscht. Und damit nicht genug: Crew und Besatzung eines Riesenschiffs verschwinden in den Weiten des Ozeans, stumme Einzelgänger tauchen aus dem Nichts auf, anonyme Absender schicken düstere Briefe – und das vertraute Personal der Kerberos lässt in Rückblenden Erinnerungen aufblitzen, von denen nie klar ist, ob sie zur Lösung all der Rätsel führen oder nur neue eröffnen. Wer Spaß an den verzwackten Windungen und Paradoxien von „Dark“ hatte, wird auch hier auf seine Kosten kommen.

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