XXL-Baugebiet in Aurich Im Timp wird die Auswahl an Bauland immer knapper
Der Investor Udo Fuhrmann hat offenbar trotz Wirtschaftskrise und Bauzurückhaltung kein Problem, seine Grundstücke zu vermarkten. Das führt er auf eine Ursache zurück.
Aurich - Krise, welche Krise? Unausgesprochen schwingt diese Frage im Gespräch mit Udo Fuhrmann mit. Der Investor erschließt und vermarktet mit seiner Auricher Projektentwicklungs-GmbH den größten Teil des Baugebiets Im Timp. Landauf, landab reagieren Bauwillige wegen der gestiegenen Zinsen und steigender Kosten immer zögerlicher auf Angebote. Manch einer storniert ein bereits ziemlich weit entwickeltes Bauprojekt sogar, weil ihm die Risiken zu groß sind. Diese Probleme hat Udo Fuhrmann nur in sehr kleinem Rahmen: „Die Zahl derjenigen, die eine Reservierung eines Grundstücks zurückgenommen haben, liegt im einstelligen Bereich.“ Waren es sechs Interessenten? Waren es acht? Der Investor kann es nicht so genau sagen. Rund 130 der 185 Grundstücke seien bereits verkauft. Für die restlichen Grundstücke gebe es noch 150 Bewerber. Fuhrmann kann also auswählen.
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Er ist in einer komfortablen Lage. Das gilt nach seinen eigenen Worten auch für die Erschließung des Gebiets Im Timp, eines 22 Hektar großen Areals, das zwischen den Ortsteilen Haxtum und Extum liegt. Es ist derzeit Aurichs größtes Baugebiet, die Fläche wurde vor drei Jahren von der Stadt veräußert. Wegen der günstigen Witterung in den vergangenen Monaten habe man die vier Quartiere, die es dort gibt, schon sehr weit erschlossen, sagt Udo Fuhrmann. Das erste sei komplett fertig. Das letzte, das in der Nähe der Schule liegt, werde voraussichtlich Ende des Jahres erschlossen sein.
Guter Zuschnitt der Fläche
Die Einstiegspreisklasse auf der Fläche liege bei 145 Euro und sei dann gestaffelt. Es hänge ab vom Zuschnitt und der Lage des Grundstücks. Die Preise für Bauland sind in den vergangenen Jahren zunächst in die Höhe geschnellt, stagnieren aber derzeit. Das gilt auch für Aurich, wie ein Blick auf den Grundstücksmarktbericht zeigt. Dieser wird jedes Jahr im Februar vom Gutachterausschuss vorgelegt. Lag der Bodenrichtwert noch 2012 bei im Schnitt 113 Euro pro Quadratmeter für ein Eigenheim, liegt er aktuell bei 256 Euro. Generell gibt es für unbebaute Grundstücke lange Wartelisten. „Normale Preise für Grundstücke liegen inzwischen bei 150 bis 200 Euro, in guten Lagen auch mal bis zu 300 Euro pro Quadratmeter“, sagt Immobilienmakler Frerich Büürma aus Emden. Hohe Preise und lange Wartelisten für Grundstücke: Mit Geld allein ist es also nicht getan, es braucht auch ein wenig Glück, um ein geeignetes Grundstück zu finden.
Dass die Vermarktung der Grundstücke trotz Wirtschaftskrise vergleichsweise gut läuft, führt Udo Fuhrmann auch auf den Zuschnitt der Fläche zurück. Er gebe die Möglichkeit, kleinere Areale auszuwählen. Das komme den Wünschen der Interessenten entgegen. Die Zeit der XXL-Bauten sei vorbei. Statt eines 200 Quadratmeter großen Grundstücks falle die Wahl eher auf eines, das nur 130 Quadratmeter aufweist. Ein weiteres Verkaufsargument: Die Stadt hat bei der Aufstellung des Bebauungsplans darauf geachtet, dass der Grünanteil mit 30 Prozent sehr hoch ist. Ein weiterer Vorteil: Die unbebauten Flächen sind öffentliche Flächen. Das heißt, dass der Bauherr zwar die Anmutung naturnahen Wohnens hat, sich aber nicht selbst um die Pflege eines Gartens kümmern muss.
Nach Einschätzung von Udo Fuhrmann können die ersten Käufer Anfang des Jahres mit dem Bauen ihres Hauses beginnen. Dabei gebe es, was die Gestaltung des Gebäudes anbelangt, so gut wie keine Einschränkungen. Die Festlegungen der entsprechenden Satzung seien moderat. Es sei nicht mehr üblich, den Hausbauern vonseiten der Verwaltung vorzuschreiben, welche Ziegel und welche Dachformen sie wählen dürfen und welche nicht. Keine Bevormundung gebe es zudem bei der Wahl der Heizenergie. In einigen Neubaugebieten stehen nämlich nur Wärmepumpen zur Verfügung. „Im Timp kann man auch einen Gasanschluss wählen“, so der Investor.