Militärübung im Emsland  Vermeintlich abgefangenes Flugzeug war Teil einer Übung

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 10.11.2022 14:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Zu den Übungen der Kampfpiloten gehören auch Manöver im Ausland. Hier ist ein Eurofighter Typhoon über Estland zu sehen, wo Einheiten von Marine und Luftwaffe den Schutz der Nato-Ostflanke üben sollen. DPA-Foto: Christophe Gateau
Zu den Übungen der Kampfpiloten gehören auch Manöver im Ausland. Hier ist ein Eurofighter Typhoon über Estland zu sehen, wo Einheiten von Marine und Luftwaffe den Schutz der Nato-Ostflanke üben sollen. DPA-Foto: Christophe Gateau
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Augenzeugen berichten, dass Kampflugzeuge bei Werlte eine größere Maschine abgefangen haben sollen. Nun klärt die Bundeswehr auf Nachfrage auf.

Emsland - Ein großes Flugzeug überquert den Landkreis Emsland. Rechts und links berühren Kampfjets fast seine Tragflächen und halten sich auch direkt unter der größeren Maschine auf. Diese Sichtung vom Nachmittag des 3. Novembers haben uns Augenzeugen übermittelt, die das Spektakel von Werlte aus beobachtet hatten. Könnte es sich bei den Fliegern um Abfangjäger gehandelt haben, die das große Flugzeug zwangen, auf Kurs zu bleiben? War der Funk ausgefallen und sie mussten sich auf Sicht mit den Piloten verständigen? Fragen dieser Art stellte sich den Zuschauern am Boden.

Was und warum

Darum geht es: wie das Militär über unseren Köpfen für den Ernstfall übt

Vor allem interessant für: Jeden, der sich fragt, was sich alles in der Luft abspielt

Deshalb berichten wir: Wir hatten von mutmaßlichen Abfangjägern im Emsland gehört und dann dazu passende Einträge auf dem öffentlichen Flugdaten-Portal Flightradar24 entdeckt. Wir wollten wissen, was es damit auf sich hat.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Wir haben uns daraufhin bei der Pressestelle der Luftwaffe erkundigt, die uns an das zuständige Luftfahrtamt der Bundeswehr verweist. Von dort gibt eine Sprecherin Entwarnung: Bei der Sichtung handelte es sich offenbar nur um eine Übung. Die Auswertung der Radardaten zur fraglichen Zeit ergebe, dass ein Großraum-Tankflugzeug vom Typ Airbus A-330 über dem Emsland unterwegs war. Ebenso wie zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Tornado. Diese gehörten zum Taktischen Luftwaffen­Geschwader 51 „Immelmann“ in Jagel (Schleswig-Holstein). Die Piloten der kleineren Maschinen hatten demnach geprobt, in etwa 4200 Metern Höhe am größeren Flugzeug zu tanken.

Simulator alleine reicht nicht aus

Grundsätzlich sei militärischer Flugbetrieb überall in Deutschland zulässig und nicht an bestimmte Streckenführungen gebunden, um diese Flugbewegungen möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik zu verteilen, so die Sprecherin weiter. „Die Erfüllung der Aufgaben der Luftstreitkräfte erfordert eine fundierte fliegerische Ausbildung und kontinuierliches Üben.“

Zwar fänden heute bereits große Teile der Ausbildung im Simulator statt: Übungseinsätze in einem realen Umfeld blieben dennoch unumgänglich, um sich auf den Ernstfall vorzubereiten. „Dabei werden die militärischen Flugbewegungen durch die Flugsicherungsorganisation kontinuierlich registriert und überwacht. So wird die Sicherheit für zivile und militärische Beteiligte am Luftverkehr durchgehend gewährleistet.“

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