Westerland auf Sylt Nach 9-Euro-Sommer: Diese Kosten haben die Punks auf Sylt verursacht
Am 14. September räumte die Polizei das Protestcamp der Punks auf Sylt. Sieben Wochen lang hatten sie auf der Insel gehaust. Dabei bereiteten sie der Gemeinde nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch erhebliche Kosten.
Den vergangenen Sommer werden die Sylter wohl nicht so schnell vergessen: 9-Euro-Urlauber, Demonstrationen, Protestmärsche, Punks und Camps. Die Aufarbeitung der Ereignisse zwischen Juni und September dauern an. Inzwischen weiß man aber immerhin um einen Teil der Kosten, die die Punks mit ihrem rund siebenwöchigen Protestcamp die Gemeinde Sylt zwischen Ende Juli und Mitte September verursacht haben.
In einem nicht-öffentlichen Papier an die Mitglieder des Hauptausschusses, das shz.de vorliegt, sind die Kosten für den beauftragten Sicherheitsdienst, die Dixi-Toiletten sowie den Bauhof und den Bauzaun fein säuberlich aufgelistet.
Der wegen der Punks durch die Gemeinde angeheuerte Sicherheitsdienst hat im Zeitraum zwischen 10. Juni und 30. September Kosten von insgesamt 191.232 Euro verursacht. Diese Summe setzt sich zusammen aus Arbeitslöhnen, Fahrtkosten sowie Kosten der Unterkunft für die Security-Mitarbeiter.
Die für die Punks am Rathaus aufgestellten Dixi-Toiletten haben die gemeinde Sylt im Zeitraum zwischen dem 4. Juli und 30. September insgesamt 6553 Euro gekostet.
Zu guter Letzt liegt eine Übersicht über die Kosten für den Bauhof vor, der wegen der Punks tätig werden musste. Die Entsorgung des Camps am Tag der Räumung hat mit 511, 41 Euro zu Buche geschlagen. Die Beschaffung des Bauzauns zur Absperrung der Stadtpark-Wiese vor dem Rathaus am 12. Oktober hat 3500 Euro gekostet. Hinzukommen Gelder von 2166, 50 Euro für Arbeitsleistung und Fahrzeuge des Bauhofs am selben Tag.
Rechnet man nun all diese Kosten für den Sicherheitsdienst, die Dixi-Klos und den Bauhof zusammen, ergibt sich eine Summe von insgesamt 203.962 Euro. Und es kommen noch weitere Kosten auf die Gemeinde zu. „Wir setzen uns dafür ein, dass die gesamten Kosten bis auf den letzten Cent ermittelt werden. Da sind wir dran und werden wir auch nicht locker lassen“, sagt Hauptausschuss-Vorsitzender Holger Flessau (CDU) gegenüber shz.de.
Kostenermittlungen, die noch nicht vorliegen, betreffen den Aufbau und Abbau der Punker-Pinkelmauer an der Wilhelmine, die „vielen, vielen Arbeitsstunden des Bauhofs, die im Sommer hinter den Punks und ihren Schlafplätzen hergeräumt haben“, so Flessau, sowie die Entfernung von Graffiti-Schmierereien der Punks. „Außerdem fehlen uns noch die Zahlen für die Unterkunft in der letzten Woche des Security-Dienstes auf Sylt“, so Flessau. Das betrifft den Zeitraum zwischen 24. und 30. September.