Tradition in Ostfriesland Leer diskutiert über Ostfriesland-Flagge vor dem Rathaus
In vielen Gemeinden wird bereits über das Hissen der Ostfrieslandflagge gesprochen. In Leer wird die Diskussion in der kommenden Woche aufgenommen.
Leer - Es ist eine Debatte, die sich in diesem Jahr durch viele Gemeinden im Landkreis zieht und nun auch die Stadt Leer erreicht hat: Das Hissen der Ostfrieslandflagge.
Die Gruppe FDP/ LWG stellte mit Schreiben vom 25. August den Antrag auf eine ständige Beflaggung des Rathauses mit der Ostfrieslandflagge. Über diesen Antrag soll am kommenden Dienstag im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur debattiert werden. Der Ausschuss beginnt um 18 Uhr in Raum 413 des Rathauses. Schon im Vorfeld stellte die Verwaltung jedoch in den Unterlagen zum Ausschuss klar: Ein dauerhaftes Hissen wird es in Leer nicht geben.
Voraussetzungen
In den Unterlagen heißt es, dass das Hissen an sich zwar möglich sei, dabei aber Regeln des Bundes eingehalten werden müssen. Diese besagten, dass das Setzen einer Logoflagge zulässig ist, soweit diese dem Beflaggungsanlass entsprechend angemessen erscheint und zudem nicht dazu geeignet sei, dem Ansehen des Bundes und des Landes zu schaden. Deshalb schreibt die Verwaltung: „Denkbar wäre eine Beflaggung zur Eröffnung des Gallimarktes oder während der Ausrichtung einer Ostfrieslandschau“.
Auch zur Art der Flagge hat sich die Stadt bereits Gedanken gemacht. Die Flagge, die aus den drei schlichten Streifen besteht, sei nämlich offiziell die Flagge der Ostfriesischen Landschaft. Auch eine Flagge mit gräflichem Wappen soll es nicht werden. Die Stadt schlägt vor, das Stadtwappen auf den drei markanten Streifen auszuwählen. Zudem solle der Bürgermeister darüber entscheiden, was als besonderer Anlass, der das Hissen erlaubt, definiert wird. Über diesen Vorschlag soll nun in der kommenden Woche beraten werden.
Vorgeschichte
Die Debatte ins Rollen brachte Torsten Bruns, der die Forderung zum Hissen einer Ostfrieslandflagge in Moormerland auf die Agenda brachte. Dort hatte der Kulturausschuss den Vorstoß abgelehnt. Aktivisten hatten daraufhin in einer Nacht- und-Nebel-Aktion die Flagge eigenständig gehisst. Sie wurde am Tag darauf von einem Rathaus-Mitarbeiter wieder vom Mast geholt. Es entbrannte eine hitzige Debatte in der Gemeinde.
Zum Weinfest wurde eine Schwarz-Rot-Blaue Flagge in Moormerland gehisst, allerdings mit dem Gemeindewappen. Genau der Gestaltungsvorschlag also, der nun auch in Leer auf der Agenda steht. Die Diskussion in Moormerland ist ebenso wenig abgeschlossen, wie in Uplengen und Rhauderfehn, wo der Antrag jeweils aus der Moin-Fraktion kam. In Moormerland soll im kommenden Jahr erneut über den Antrag gesprochen werden.
Der Volksstamm der Friesen und damit auch der Ostfriesen sei, genau wie die dänische Minderheit, die Sinti und Roma und die Sorben, als ethnische Minderheit durch die EU und die BRD als Minderheit offiziell anerkannt.