Vorfall in der Regionalliga  Rassismus-Vorfall – lange Sperre für Lohner Trainer

| | 11.11.2022 16:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Trainer Henning Rießelmann siegte kürzlich mit BW Lohne in Emden 6:1. Für eine verbale Entgleisung kassierte er nun eine heftige Strafe. Foto: Doden
Trainer Henning Rießelmann siegte kürzlich mit BW Lohne in Emden 6:1. Für eine verbale Entgleisung kassierte er nun eine heftige Strafe. Foto: Doden
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Trainer Henning Rießelmann beleidigte in der Pause der Regionalliga-Partie Spieler und Trainer des Bremer SV. Der Mannschaft gehören etliche Akteure mit Migrationshintergrund an.

Lohne - Fußball-Regionalligist Blau-Weiß Lohne muss bei allen Pflichtspielen bis zur Winterpause auf seinen Coach Hennig Rießelmann verzichten. Das Sportgericht des Norddeutschen Fußballverbandes verurteilte den Trainer wegen diskriminierenden Verhaltens im Heimspiel gegen den Bremer SV zu einer saftigen Sperre von fünf Spielen und einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro.

Auf übelste Weise soll der Trainer am vergangenen Sonntag in der Halbzeitpause Bremer Spieler und Trainer beleidigt haben. Das bestätigte der Emder Sportrichter Peter Bartsch, der den Fall mit zwei Beisitzern behandelte. Aufgrund der Heftigkeit der verbalen Entgleisung wählte das Sportgericht ein Strafmaß, das Bartsch bei einem Regionalligacoach noch nie ausgesprochen hat. „Ich bin seit 2015 für die Regionalliga Nord mit zuständig. An so eine lange Trainersperre kann ich mich nicht erinnern.“

Schiedsrichter hörte die Beleidigungen

Der Rassismus-Vorfall ereignete sich bei der Partie zwischen Lohne und dem Bremer SV (1:0) in der Pause im Bereich der Trainerbänke. Kurz zuvor hatte es offenbar einen rustikalen Zweikampf auf dem Feld gegeben. Direkt nach dem Pausenpfiff rastete Rießelmann aus und schickte derbe Worte Richtung Trainer und Spieler der Gäste, bei denen etliche Akteure mit Migrationshintergrund zum Team gehören.

Schiedsrichter Niklas Olle (Wolfenbüttel) vernahm die diskriminierenden Beleidigungen ebenso wie seine Assistenten. So notierte der Spielleiter den Vorfall in einem Sonderbericht.

Reumütiger Trainer

Der Lohner Coach räumte im Nachhinein seine Entgleisung ein. BW Lohne entschuldigte sich hinterher auch im Namen des Trainers schriftlich bei den Bremern. Außerdem soll Rießelmann noch persönlich nach Bremen gefahren sein, um gegenüber dem Klub sein Bedauern über das Fehlverhalten auszudrücken.

„Das alles haben wir strafmildernd berücksichtigt“ erklärte Peter Bartsch. Der Emder verhandelte als stellvertretender Vorsitzender den Fall, weil Vorsitzender Uwe Dittmer ebenso wie Lohnes Gegner aus Bremen stammt und ihm in der Sache sonst hätte Befangenheit vorgeworfen werden können.

Das Urteil wurde am Freitagmittag verschickt, so dass das Innenraumverbot für Henning Rießelmann schon am Abend im Lohne-Spiel bei Hannover 96 II in Kraft trat.

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