Tipps für das Friedhofsgrün Klassisches Wachs statt LED auf dem Grab
Gerade im November werden die Gräber auf den Friedhöfen auf Vordermann gebracht. Dabei kann man wenigen Handgriffen auch nachhaltig vorgehen.
Ostfriesland - Volkstrauertag und Totensonntag stehen vor der Tür. Auf den Friedhöfen von Ostfriesland herrscht reges Treiben. Die richtige Grabpflege lässt den Ort der Erinnerung und Trauer nicht nur schön aussehen, sie kann auch nachhaltig sein. Die Verbraucherzentrale NRW hat dazu ein paar Tipps.
Die richtige Erde
Hinter der Bezeichnung Erde (zum Beispiel Blumen-, Beet-, aber auch Graberde) verbirgt sich meist immer Torf oder aber Mischungen mit einem großen Anteil an Torf. „Beim Torfabbau wird jedoch das sensible Ökosystem Moor und damit der Lebensraum vieler seltener Pflanzen und Tiere zerstört. Zudem wird das in Mooren gespeicherte Kohlendioxid freigesetzt“, schreibt die Verbraucherzentrale NRW in einer Mitteilung. Deshalb sollten Blumen- und Graberden mit dem Hinweis „torffrei“ erste Wahl sein. Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kompost, Rindenhumus und Holzfasern hergestellt.
Wildpflanze der Woche
Das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara), auch bekannt als Falsche Brunnenkresse oder Bitterkresse, schmeckt ähnlich wie Kresse und zeichnet sich durch einen hohen Vitamin-C-Gehalt aus. Laut Onlinedienst Utopia regt es die Leber- und Gallentätigkeit an. Die Blätter sind essbar. Sie eignen sich als Salatzugabe, gekocht zum Beispiel in einer Suppe oder auch aufgebrüht als Tee. Das reinigende Wildkraut wächst bevorzugt auf feuchten, nährstoffreichen und lehmig-tonigen Böden: Den ganzen Herbst hindurch findet man es in Waldsümpfen, Gräben und an Gewässern.
Der Begriff „Bio-Blumenerde“ sei dagegen – anders als etwa bei Bio-Lebensmitteln – nicht gesetzlich geschützt. Diese Kennzeichnung bedeutet lediglich, dass den Erden kein Kunstdünger beigemischt sein darf.
Material für Gestecke
Viele Händler bieten rund um die Toten-Gedenktage Allerheiligen und Totensonntag fertige Gestecke als Grabschmuck an. Diese praktischen Gebinde werden jedoch häufig mit Plastikteilen oder -schnüren zusammengehalten und enthalten oftmals auch Dekorationen aus Kunststoff. Erste Wahl für eine nachhaltige Grabgestaltung sollten laut Verbraucherzentrale NRW daher Grab-Buketts aus Naturmaterialien sein. Denn zum einen helfen sie, Plastik zu vermeiden, zum anderen können sie im Frühjahr dann als Ganzes auf dem Kompost oder im Biomüll entsorgt werden. Plastikbestandteile hingegen müssen zunächst entfernt und dann getrennt entsorgt werden.
Insektenfutter pflanzen
Friedhöfe sind ein Paradies für Vögel, die sich von Insekten ernähren, aber auch für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Herbstaster, Fette Henne, Herbstzeitlose, Leinkraut, Rundblättrige Glockenblume oder Herbstkrokus sind dabei die einheimischen Pflanz-Favoriten für das Duo für Futter und Blütenpracht.
Klassische Grablichter
Auch auf den Gräbern halten LEDs Einzug, die das Kerzenlicht mit Batterien als Energiequelle imitieren. Diese müssen auf jeden Fall getrennt entsorgt werden. Außerdem wichtig: LED-Lichter sind Elektroschrott und gehören nicht in den Hausmüll, betont die Verbraucherzentrale NRW. Sie müssen entweder in die Elektroschrottsammlung der Entsorger wandern oder in Elektrofachmärkten zurückgegeben werden.
Grablichter aus Wachs sind gegenüber den LED-Varianten umweltfreundlicher. Im Handel sind Grablichter aus Glas erhältlich, deren Kerzen auswechselbar sind. Da geht dann ein besonders nachhaltiges Licht auf, weil der Grabschmuck immer wieder genutzt werden kann – und der Umwelt tonnenweise Plastikmüll durch Grablichter aus Kunststoff erspart wird.