Osnabrück  Kirchen und Pfarrheime auf Prüfstand: Bistum Osnabrück will 3,2 Millionen Euro sparen

Stefanie Witte
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Von Stefanie Witte
| 14.11.2022 16:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Dom in Osnabrück bleibt unangetastet - kirchliche Gebäude drumherum allerdings nicht. Foto: André Havergo
Der Dom in Osnabrück bleibt unangetastet - kirchliche Gebäude drumherum allerdings nicht. Foto: André Havergo
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Das Bistum Osnabrück hat sich einen umfassenden Sparkurs verordnet. Dabei rücken nun Kirchengebäude in den Fokus. Am Montag stellten Vertreter der Bistumsleitung in Osnabrück ihre Strategie dazu vor.

Derzeit zahlt das Bistum Osnabrück für Gebäude jährlich rund sieben Millionen Euro an Investitionszuschüssen an die Gemeinden. Denn Kirchen und Pfarrheime gehören den Gemeinden, nicht dem Bistum. Die Gemeinden vor Ort müssen Kirchen und Pfarrheime unterhalten. Das Bistum schießt, wenn nötig, zu.

Bis 2030 sollen die Zahlungen aus Osnabrück reduziert werden. Entweder, indem Räume innerhalb der Kirche anderweitig genutzt, oder indem Häuser letztlich verkauft werden. Insgesamt sind in den Gemeinden laut Bistum derzeit rund 1300 Gebäude in Kirchenbesitz, darunter 293 Kirchen und 270 Pfarrheime, zudem Kitas, Wohn- und Verwaltungsgebäude. Davon sollen 15 Prozent aus der Bezuschussung genommen werden. Von 2020 bis 2030 will das Bistum so insgesamt rund 3,2 Millionen Euro einsparen.

Dabei gehe es nicht nur ums Sparen, auch der Bedarf vor Ort verändere sich, sagte Generalvikar Ulrich Beckwermert. Als „überdimensioniert“ bezeichnete Christina Jaax den aktuellen Bestand. Jaax ist in der Bistumsverwaltung zuständig für die Kirchengemeinden. Sie erklärte, die Größe der Immobilien richte sich in der Regel am Bedarf der Volkskirchen der 70er Jahre aus. Heute brauche nicht mehr jeder Verein einen eigenen Raum. Zudem seien viele Gebäude energetisch nicht mehr auf Stand und die Gemeinden könnten die großen, teils ungenutzten Gebäude vielfach nicht mehr unterhalten.

Die Bistumsvertreter betonten, dass der Prozess jetzt im Einvernehmen mit den Katholiken vor Ort gestaltet werden solle. Der Generalvikar sagte: „Das Bistum steht im Dienste der Gemeinden.“

Für viele der 208 Gemeinden sei der Prozess indes nicht neu, betonte Jaax. Von 2003 bis 2021 seien bereits 80 Gebäude in neue Nutzungen überführt worden. Ein Beispiel dafür, wie solche Veränderungen aussehen können, ist die Herz-Jesu-Kirche, die zur Osnabrücker Domgemeinde gehört. Hier ist eine Teilprofanierung geplant. Das heißt, dass ein Teil des Gebäudes nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden soll. Während im Chorraum weiterhin Gemeinde und Schulen Gottesdienste feiern können sollen, werden nach den Plänen der Kirche die beiden Seitenschiffe zu Büros umgebaut. Künftig sollen hier die Medienstelle des Bistums und die katholische Hochschulgemeinde arbeiten. Nach Weihnachten soll der Umbau starten.

Auch rund um den Dom stehen Veränderungen an: Das Niels-Stensen-Haus am Domhof 2, direkt gegenüber vom Dom, will das Bistum aufgeben. Dafür sollen zusätzliche Arbeitsplätze im Priesterseminar geschaffen werden. Das Priesterseminar-Gebäude soll dazu gegebenenfalls in den Garten verlängert werden. Der Umbau ist bis Mitte 2025 geplant.

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