London Maskenpflicht für Kühe? Londoner Start-up will Methan-Ausstoß reduzieren
Die Maskenpflicht ist für viele ein streitbares Thema. Bei Kühen könnten Masken jetzt aber tatsächlich sehr sinnvoll sein – und zwar in Sachen Klimaschutz. Was hinter der Erfindung steckt und wie sie den Methan-Ausstoß der Tiere merklich reduzieren könnte.
Kühe setzen Methan frei – und das in nicht unerheblichen Mengen: Rund 1,5 Milliarden Rinder leben auf der Welt und jedes von ihnen produziert pro Tag bis zu 500 Liter des klimaschädlichen Treibhausgases. Ausgestoßen wird es hauptsächlich beim Rülpsen der Tiere, teilweise auch durch Blähungen. Ein Start-up-Unternehmen aus London könnte diesem Umweltproblem nun Abhilfe schaffen.
Masken für Kühe sollen die Lösung sein. Das Methan, das durch Maul und Nüstern ausgestoßen wird, soll durch einen speziellen Katalysator oxidieren und so in Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserdampf umgewandelt werden. „Wir glauben, dass die Neutralisierung von Methan-Emissionen der schnellste Weg ist, den Klimawandel zu stoppen“, heißt es auf der Firmen-Webseite.
„Zero Emissions Livestock Project“, kurz „Zelp“, oder auf deutsch „Null-Emissions-Viehzucht-Projekt“, heißt das junge Unternehmen, dass die Konstruktion für die Wiederkäuer entworfen hat. Entstanden ist die Idee an der Londoner Universität „Royal College of Art“. Studierende sollten sich Projekte überlegen, die den Schaden, den der Mensch dem Klima und der Natur zufügt, rückgängig machen.
Das entworfene Geschirr, dass den Kühen um den Kopf gespannt wird und die Nüstern bedeckt, störe die Tiere laut „Zelp“ weder beim Fressen noch beim Wiederkäuen oder Interaktionen mit ihren Artgenossen. Dafür reduziere es die Methan-Emissionen um bis zu 60 Prozent. Zusatzstoffe im Futtermittel, die bisher verwendet werden, seien nur halb so effektiv.
Die Technologie sammle zudem nicht nur Daten zu Emissionen in Echtzeit, sondern überwache auch die Rinder und ihr Wohlergehen 24 Stunden am Tag. „Zelp ermöglicht es so, den Landwirten die Gesundheit ihrer Tiere zu verbessern und Zeit und Geld zu sparen“, wird auf der Webseite geworben. Nicht zu vergessen, der ökologische Fußabdruck, der deutlich reduziert werde.
Für ihre Innovation erhielten die Entwicklerinnen und Entwickler im April diesen Jahres sogar eine Auszeichnung von König Charles und Designer Sir Jony Ive, wie der Sender „Sky News“ berichtete. Der sogenannte Terra-Carta-Design-Lab-Preis ist mit 50.000 Pfund (rund 57.000 Euro) dotiert und soll es dem Start-up ermöglichen, seine Idee weiterzuentwickeln.