Osnabrück  Jetzt muss die Nato kühlen Kopf bewahren

Marion Trimborn
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Von Marion Trimborn
| 16.11.2022 11:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach Explosion in Polen nahe Grenze zur Ukraine - Nato Foto: AP
Nach Explosion in Polen nahe Grenze zur Ukraine - Nato Foto: AP
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Mitten im Ukraine-Krieg treffen Raketen den Nato-Staat Polen. Auch wenn es sich wohl nicht um eine russische Rakete, sondern eine ukrainische Abwehrrakete handelt: Jetzt ist Besonnenheit gefragt - bei den Nato-Staaten, aber auch bei Russland.

Es ist ein Zwischenfall, der westliche Militärs nicht überrascht hat. Dass im Ukraine-Krieg Raketen den Nato-Partner Polen treffen könnten - sei es als Provokation oder aus Versehen - , war im Brüsseler Nato-Hauptquartier schon lange als Szenario eingeplant. Nun ist dieser Fall eingetreten. Entgegen erster Informationen war es aber wohl keine russische, sondern eine ukrainische Abwehrrakete und der Einschlag ein Unfall, keine Absicht. Der Vorfall belegt die allgemeine Nervosität und zeigt, dass der Ukraine-Krieg nach wie vor das Potenzial hat, zu eskalieren und weitere Staaten hineinzuziehen.

Wie gut, dass die Nato so besonnen reagiert hat. Die Militärallianz wollte nie und will auch jetzt nicht zur Kriegspartei werden. Zugleich darf der Westen insofern aufatmen, weil nach dem ersten Schrecken klar geworden ist, dass auch Kremlchef Wladimir Putin in diesem Punkt umsichtig handelt und keinen Kollateralschaden auf polnischem Territorium einfach hingenommen hat.

Es zeigt sich, dass Putin keine militärische Auseinandersetzung mit dem atlantischen Bündnis riskieren will. Putin ist Realpolitiker genug und vermeidet einen Grenzkonflikt zwischen der Nato und Russland, weil dieser zur Ausrufung des Bündnisfalls nach Artikel 5 führen könnte. Beide Seiten verfolgen also dasselbe Ziel, den Konflikt regional zu begrenzen.

Ein - wenn auch ungewollter - Angriff auf Polen würde zudem nicht in Moskaus Strategie passen. Denn nach den Verlusten und dem Rückzug aus dem ostukrainischen Cherson will Moskau erst einmal Kräfte sammeln und seine Armee neu formieren. Bei den abgezogenen Soldaten handelt es sich um erfahrene Kämpfer, die eine neue russische Frühjahrsoffensive anführen könnten. Auch deshalb will Russland jetzt auf keinen Fall den Konflikt eskalieren.

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