Raketeneinschlag in Polen  Jetzt muss die Nato kühlen Kopf bewahren

Marion Trimborn
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Ein Kommentar von Marion Trimborn
| 16.11.2022 15:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Nach Explosion in Polen nahe Grenze zur Ukraine - Nato Foto: AP
Nach Explosion in Polen nahe Grenze zur Ukraine - Nato Foto: AP
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Im Ukraine-Krieg treffen Raketen den Nato-Staat Polen. Gut ist, wenn besonnen reagiert wird. Auch weil es sich wohl nicht um eine russische Rakete handelt.

Es ist ein Zwischenfall, der westliche Militärs nicht überrascht hat. Dass im Ukraine-Krieg Raketen den Nato-Partner Polen treffen könnten – sei es als Provokation oder aus Versehen – , war im Brüsseler Nato-Hauptquartier schon lange als Szenario eingeplant. Nun ist dieser Fall eingetreten. Entgegen erster Informationen war es aber wohl keine russische, sondern eine ukrainische Abwehrrakete und der Einschlag ein Unfall, keine Absicht. Der Vorfall belegt die allgemeine Nervosität und zeigt, dass der Ukraine-Krieg nach wie vor das Potenzial hat, zu eskalieren und weitere Staaten hineinzuziehen.

Wie gut, dass die Nato so besonnen reagiert hat. Die Militärallianz wollte nie und will auch jetzt nicht zur Kriegspartei werden. Zugleich darf der Westen insofern aufatmen, weil nach dem ersten Schrecken klar geworden ist, dass auch Kremlchef Wladimir Putin in diesem Punkt umsichtig handelt und keinen Kollateralschaden auf polnischem Territorium einfach hingenommen hat.

Es zeigt sich, dass Putin keine militärische Auseinandersetzung mit dem atlantischen Bündnis riskieren will. Putin ist Realpolitiker genug und vermeidet einen Grenzkonflikt zwischen der Nato und Russland, weil dieser zur Ausrufung des Bündnisfalls nach Artikel 5 führen könnte. Beide Seiten verfolgen also dasselbe Ziel, den Konflikt regional zu begrenzen.

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