Tradition in Ostfriesland  Weht vor dem Leeraner Rathaus bald die Ostfrieslandflagge?

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 19.11.2022 14:54 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Moormerland wehte kurzzeitig eine Flagge. In Leer wurde die Debatte aufgenommen. Foto: Archiv
In Moormerland wehte kurzzeitig eine Flagge. In Leer wurde die Debatte aufgenommen. Foto: Archiv
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In Leer ist die Debatte um das Hissen der Ostfrieslandflagge einen Schritt weiter. Reibungslos ging das jedoch nicht vonstatten.

Leer - Günter Podlich (FDP/LWG) ist sauer. „Ostfriese ist man nicht nur an zwei bis drei besonderen Tagen im Jahr.“ Was ihn so aufregte: Seine Gruppe hatte gefordert, dass vor dem Leeraner Rathaus ständig die ostfriesische Flagge wehen soll.

Was und warum

Darum geht es: In einigen Gemeinden wird über das Hissen der Ostfrieslandflagge gesprochen.

Vor allem interessant für: Alle, die sich für das Hissen der Fahne einsetzen

Deshalb berichten wir: Im Ausschuss wurde debattiert.

Den Autor erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

Dass das in der Vorlage für den Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur deutlich abgeschwächt wurde, sorgte bei ihm für Empörung. Die Verwaltung schlug vor, die Flagge bei besonderen Anlässen zu hissen und eben nicht ständig. „Die Vorlage gibt unsere Intention nicht wieder. Wir fordern die ständige Beflaggung“, so Podlich.

Gegenvorschlag

Bruno Schachner schüttelte währenddessen den Kopf: „Wir sollten nicht in alte Zeiten zurückfallen. Es weiß doch keiner, was es soll, die Flagge ständig gehisst zu haben. Ich finde, wir brauchen die Fahne nicht und selbst wenn, dann sollten wir die Stadtfahne hochziehen“, so Schachner.

Wie die Abstimmung über den Antrag der Gruppe zeigte, standen die übrigen Ausschussmitglieder auf der Seite Schachners. Das ständige Beflaggen wurde nur von Podlich befürwortet. Anschließend wurde über die Idee der Verwaltung abgestimmt. Hier stimmte ausschließlich Bruno Schachner gegen das Hissen an besonderen Tagen. Günter Podlich stimmte zu. „So wird die Flagge wenigstens überhaupt einmal gehisst“, kommentierte er seine Entscheidung.

So geht es weiter

In Leer sind die Weichen nun gestellt. Es könnte dazu kommen, dass an besonderen Tagen die Ostfrieslandflagge, auf der das Leeraner Stadtwappen prangt, hochgezogen wird. Darüber entscheidet nun am 23. November der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss.

Die Debatte ins Rollen brachte Torsten Bruns, der die Forderung zum Hissen einer Ostfrieslandflagge in Moormerland auf die Agenda brachte. Dort hatte der Kulturausschuss den Vorstoß abgelehnt. Aktivisten hatten daraufhin in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Flagge eigenständig gehisst. Sie wurde am Tag darauf von einem Rathaus-Mitarbeiter wieder vom Mast geholt. Es entbrannte eine hitzige Debatte in der Gemeinde.

Zum Weinfest wurde eine Schwarz-Rot-Blaue Flagge in Moormerland gehisst, allerdings mit dem Gemeindewappen. Genau der Gestaltungsvorschlag also, der nun auch in Leer auf dem Plan steht. Die Diskussion in Moormerland ist ebenso wenig abgeschlossen, wie in Uplengen und Rhauderfehn, wo der Antrag jeweils aus der Moin-Fraktion kam. In Moormerland soll im kommenden Jahr erneut über den Antrag gesprochen werden. Der Volksstamm der Friesen und damit auch der Ostfriesen sei, genau wie die dänische Minderheit, die Sinti und Roma und die Sorben, als ethnische Minderheit durch die EU und die Bundesrepublik als Minderheit offiziell anerkannt.

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