Einbürgerungsrecht Die Erleichterung allein reicht nicht
SPD, FDP und Grüne wollen die Einwanderungspolitik neu ordnen. Dazu gehören richtigerweise eine Zuwanderung in den Arbeitsmarkt und eine leichtere Einbürgerung. Doch das reicht längst nicht.
In einem sind sich die Befürworter und Gegner einer neuen Zuwanderungs-Politik einig: Deutschland braucht mehr Arbeitskräfte. Denn egal ob Handwerker, Krankenhäuser, Schulen oder Fabriken – sie alle suchen händeringend nach Mitarbeitern. Es ist daher vollkommen richtig, dass die Ampel-Koalition an einer Strategie gegen den Arbeitskräftemangel arbeitet. Dazu gehören richtigerweise auch mehr Zuwanderung in den Arbeitsmarkt und eine leichtere Einbürgerung.
Umfragen zeigen allerdings, dass eine Mehrheit der Deutschen die Lücke ohne Zuwanderung schließen will. Doch das ist schlicht eine Illusion. Nach Einschätzung von Forschern sind mindestens 400.000 Zuwanderer pro Jahr nötig, um die Lücke auch nur ansatzweise zu schließen. Es ist daher gut, dass das neue Gesetz Zuwanderern die Einbürgerung erleichtern möchte, wenn sie etwa in Schule oder Beruf besondere Leistungen gezeigt und sich gut integriert haben.
Doch die Ampel darf nicht vergessen, auch die anderen Baustellen der Migrationspolitik anzugehen. Denn die Regierung kann nur dann die Akzeptanz der Bürger erhalten, wenn sie deutlich zwischen legaler und illegaler Migration unterscheidet. Dafür ist auch ein genauer Überblick nötig inklusive Kontrollen an den Grenzen – sonst wird Zuwanderung zum Chaos. Wer dies nicht beherzigt und ein anderes Integrationsverständnis verfolgt, wird mit seiner Reform bei den Bürgern scheitern.